Unkrautbekämpfung in Wintergetreide und Raps

Der Winter war durchwegs kalt und somit konnten sich die Unkräuter nicht wie in den Vorjahren üppig weiterentwickeln. Im Raps sollte die eigentliche Unkrautbekämpfung bereits im Herbst erfolgt sein.
Wüchsige Witterung verbessert bei vielen Produkten die Unkrautwirkung.
Wüchsige Witterung verbessert bei vielen Produkten die Unkrautwirkung.
Der Saat des Wintergetreides im Herbst 2008 verlief großteils ohne größere Probleme. Der Anbau von Winterweizen wurde in manchen Regionen bis Mitte November durchgeführt. Die Unkrautentwicklung war nicht außergewöhnlich, vielfach wurde in früh gesäten Beständen eine Herbstbehandlung durchgeführt. Für das Frühjahr stehen heuer seit langem wieder einige neue, vielversprechende Produkte zur Verfügung.

Bestandeskontrolle im Frühjahr
Je nach Saatzeitpunkt werden sich in eher spät gesäten Beständen im Frühjahr noch eine Menge an Unkräutern und Ungräser entwickeln. Auch wer im Herbst bereits Maßnahmen gesetzt hat, muss seine Felder kontrollieren und, wenn nötig, Korrekturmaßnahmen setzen. In Regionen, wo zum Zeitpunkt der Herbstbehandlung sehr trockenen Witterungsverhältnisse geherrscht haben und auch nachher die Niederschläge ausblieben und zusätzlich der Boden eher grobschollig war, besteht in lückigen Beständen die Gefahr, dass trotz Herbstherbizideinsatz im Frühjahr noch Unkräuter auflaufen können.
Wie bei allen Pflanzenschutzmaßnahmen muss im Frühjahr die Ausgangsverunkrautung mit den Leitunkräutern und deren Größe festgestellt und danach die Produktwahl getroffen werden. Die Witterungsverhältnisse wie Temperatur, längere Kältephasen, Sonnenscheindauer spielen für den Erfolg oft eine größere Rolle als angenommen wird. Auch relativ temperaturunabhängige Produkte wirken besser, wenn leichte Vegetation herrscht.

Neue Produkte 2009: Broadway
Dieses Produkt enthält den neuen Wirkstoff Pyroxsulam und den Wirkstoff Florasulam, der aus Primus bekannt ist. Die Zulassung besteht für Winterweizen, Winterroggen und Triticale. In Wintergerste ist keine Anwendung möglich. Das Produkt ist systemisch, wirkt über das Blatt und ist eher temperaturunabhängig. Die sehr breit wirksame Kombination erfasst mit dem Wirkstoff Pyroxsulam auch Gräser wie Windhalm, hier beträgt die Aufwandmenge 125 g/ha Broadway + 0,6 l/ha Broadway Netzmittel. Treten Ackerfuchsschwanzgras, Trespe, Rispen-oder Raygräser auf, so muss die Aufwandmenge auf 220 g/ha + 1,1 l Broadway Netzmittel erhöht werden. In der niedrigen Aufwandmenge ist der Einsatz bis zum 2-Knoten-Stadium möglich. Ackerdisteln werden nur erfasst, wenn sie zum Zeitpunkt der Spritzung aufgelaufen sind und eine Rosette gebildet haben. Das Produkt ist nach einer Stunde regenfest und sehr gut verträglich. In Stresssituationen des Getreides sind wie bei Sulfonylharnstoffen (Broadway besitzt den gleichen Wirkmechanismus) leichte Aufhellungen und Wuchsverzögerungen möglich, die sich jedoch ertraglich nicht negativ auswirken. Nach der Ernte sind alle Kulturen ohne Einschränkung nachbaubar.

Autor: Hubert KÖPPL, LK Oberösterreich


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Aktualisiert am: 04.02.2009 16:40
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