Unkrautbekämpfung in Wintergetreide und Raps

Der Herbst 2007 war durch eine im Vergleich zu den Vorjahren eher „normale“ und teilweise zu feuchte Witterung gekennzeichnet, wodurch auch die Unkrautentwicklung nicht all zu üppig ist. Im Raps sollte die eigentliche Unkrautbekämpfung bereits im Herbst erfolgt sein.
Im Frühjahr muss die Ausgangsverunkrautung festgestellt und dann die richtige Mittelwahl getroffen werden.
Im Frühjahr muss die Ausgangsverunkrautung festgestellt und dann die richtige Mittelwahl getroffen werden.
W intergetreide
In vielen eher spät gesäten Beständen werden im Frühjahr noch eine Menge an Unkräutern und Ungräsern auflaufen. Auch wer im Herbst bereits Maßnahmen gesetzt hat, muss seine Felder kontrollieren und, wenn nötig, Korrekturmaßnahmen setzen.
Wie bei allen Pflanzenschutzmaßnahmen muss im Frühjahr die Ausgangsverunkrautung mit den Leitunkräutern und deren Größe festgestellt und danach die Produktwahl getroffen werden. Die Witterungsverhältnisse wie Temperatur, längere Kältephasen, Sonnenscheindauer spielen für den Erfolg oft eine größere Rolle als angenommen wird. Auch relativ temperaturunabhängige Produkte wirken besser, wenn leichte Vegetation herrscht.

Etwas höhere Temperaturansprüche
Bei wärmeren Temperaturen und keinen Nachtfrösten gibt es eine breite Palette an Produkten. Ist Windhalm als Leitungras vorhanden, wird vielfach das kostengünstige IPU verwendet und gegen Unkräuter mit zB Aniten duo, Platform S, Loredo und Zoom (plus Oratio bei stärkerem Unkrautdruck) kombiniert. Am preisgünstigsten sind die Kombinationen mit Platform S und Aniten Duo. Neu in Österreich auf dem Markt ist Loredo, eine Kombination aus dem blatt- und bodenwirksamen Diflufenikan und dem Wuchsstoff Mecoprop. Es besteht eine Schwäche gegen Kamille, die durch die Beimengung von IPU geschlossen werden kann. Eine Lücke besteht bei Klatschmohn.

Raps
Seit einem Jahr gibt es jetzt Erfahrungen mit dem Produkt Effigo. Diese erfasst neben Kamille auch Klettenlabkraut, Kornblume, Kompasslattich, Kreuzkraut und Distel-Arten. Ehrenpreis, Taubnessel oder kreuzblütige Unkräuter werden nicht bekämpft. Warme, wüchsige Witterungsbedingungen sind zu einer zufriedenstellenden Wirkung unbedingt erforderlich. Der Einsatz kann bis zur Knospenbildung (die Blüten müssen von den Hüllblättern noch fest umschlossen sein) erfolgen, jedoch muss das Unkraut auch noch benetzt werden können. Je nach Witterung kann wie im Frühjahr 2007 das Einsatzfenster sehr klein sein und daher muss rasch reagiert werden. Im Herbsteinsatz ist eine breite Mischbarkeit gegeben, im Frühjahr wird nur eine Mischung mit synthetischen Pyrethroiden (ausgenommen Trebon) empfohlen.

Autor: DI Hubert KÖPPL, LK Oberösterreich


Autor:
Aktualisiert am: 13.02.2008 16:05
Landwirt.com Händler Landwirt.com User