Unkrautbekämpfung in Mais

Je nach Region unterscheiden sich die Unkraut-Gesellschaften in den Maisbeständen. Daher ist es wichtig, Leitunkräuter zu definieren und diese zielgerichtet zu bekämpfen. Hier eine Anleitung dazu.
Schwarze Nachtschatten sind typische Vertreter warmer Maisbaulagen.
Schwarze Nachtschatten sind typische Vertreter warmer Maisbaulagen.
Der Maisbauer kann zur Unkraut- und Ungrasbekämpfung aus einer Reihe von Wirkstoffgruppen wählen. Dabei ist es wichtig, die Wirkungen der einzelnen Produkte genau zu kennen und bei Bedarf entsprechend zu kombinieren. Die mittlerweile fast ausschließlich angebotenen Kombipackungen sind oft generelle Problemlöser. Nur bei Wurzelunkräutern ist in der Mehrzahl meist die Zugabe von Maisbanvel WG oder Arrat notwendig.

Unterschiedliche Unkraut-Gesellschaften
Im Folgenden soll auf bestimmte Unkraut-Gesellschaften, welche klimatisch bedingt, aber auch durch die Maisintensitäten „erwirtschaftet“ wurden, eingegangen werden. In kühleren inneralpinen Tallagen mit allgemein schlechterer Ertragserwartung bei Getreide ist der Silomaisanbau wegen seiner Energiedichte lukrativ und man findet vielfach trotz hoher Flächenausstattung einen sehr hohen Maisanteil auf den Äckern. Da die meisten Flächen Grünland sind und deren Umbruch gleichzeitig vielfach durch Programme nicht zulässig ist, führt dies nun auch verstärkt zu Härtefällen durch die Fruchtfolgevorschriften der Länder. In diesen Gegenden kann die Verunkrautung eher wenig Hirse-lastig sein, weil Hirsen doch recht wärmeliebend sind. Andererseits stellt sich natürlich über die Jahre eine echte Maisverunkrautug ein. Wärmere Regionen sind auch immer mehr mit Unkräutern aus dem Osten und Süden Europas „gesegnet“. Vielfach auch eine Folge von Feinsämerei-Saatgut, das in den entsprechenden Befallsgebieten produziert wird. Je höher der Maisanteil in der Fruchtfolge ist, umso eher werden auch Unkrauthirsen und Wurzelunkräuter zum Problem. Je öfter ein Wirkstoff oder eine Wirkstoffgruppe über Jahre hinweg eingesetzt wird, desto sicherer erfolgt auch die Ausbreitung und Vermehrung weniger empfindlicher Unkräuter. Wo können nun welche Probleme auftauchen?

Wurzelunkräuter wie Distel und Zaunwinde werden am besten mit dem Wirkstoff Dicamba bekämpft.
Wurzelunkräuter wie Distel und Zaunwinde werden am besten mit dem Wirkstoff Dicamba bekämpft.
Reduzierte Bodenbearbeitung
Gerade in erosionsgefährdeten Hang lagen ist der Umstieg auf abfrostende oder winterharte Gründecken verstärkt notwendig. Letztere sind mit Glyphosate-Anwendung langsam und schonend zu beseitigen, wenn man nicht grubbern oder pflügen will. Die Bearbeitung nach abfrostenden Gründecken ist einfacher und man kann auf das Totalherbizid eher verzichten. Winterharte Unkräuter, wie z.B. Hühnerdarm oder Ehrenpreis und Taubnessel können eventuell ein Problem für die Verwender der klassischen Vorauflaufmitteln darstellen, da sie ja nur auf sehr kleine und hauptsächlich auf keimende Unkräuter wirksam sind. Das im letzten Jahr erfolgreich eingeführte Adengo hat aber den Vorteil, vom Vorauflauf bis zum 3-Blatt-Stadium des Maises gut zu wirken. Mittel für den frühen Nachauflauf, wie z.B. der Kukuruz-Pack sollten alle gut wirksam sein. Bei entsprechender Feuchtigkeit ist das Auftreten von Schnecken im Voralpenland durchaus zu beachten und bei Bedarf auch eine Bekämpfung rechtzeitig anzuraten.

Autor: DI Peter KLUG, Landwirtschaftskammer Steiermark

Weitere Informationen zu den Unkraut-Gesellschaften können Sie in der Ausgabe 8/2012 des "Fortschrittlichen Landwirts" nachlesen. Probeheft bestellen.

Maisherbizidtabelle


Aktualisiert am: 05.04.2012 21:03
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