Unkrautbekämpfung im Raps

Ein Baustein für einen erfolgreichen Rapsanbau ist die Unkrautbekämpfung, welche in der Regel im Herbst erfolgen soll. Für diesen Herbst wird die Zulassung von neuen Wirkstoffkombinationen erwartet.
Wer die Kamille im Herbst nicht richtig erwischt, sollte ihr im Frühjahr nochmals zu Leibe rücken.
Wer die Kamille im Herbst nicht richtig erwischt, sollte ihr im Frühjahr nochmals zu Leibe rücken.
Die Unkrautbekämpfung soll im Vorsaateinarbeitungsverfahren, im Vorauflauf oder im frühen Nachauflauf erfolgen. In den niederschlagsreicheren Anbaugebieten hat sich das Vorauflaufverfahren oder der frühe Nachauflauf bewährt. In Gebieten, wo die Herbstentwicklung eher zaghaft ist, wird die Unkrautbekämpfung bei größeren Rapspflanzen mit den Produkten Effigo und Fox OS im späten Nachauflauf oder auch im Frühjahr (Effigo, Lontrel 100) durchgeführt. Diese sind jedoch Spezialpräparate, die ein eingeschränktes Wirkungsspektrum besitzen und an die Witterung hohe Ansprüche (warm, wüchsig oder strahlungsintensiv) stellen. Ungräser können sowohl im Herbst als auch im Frühjahr behandelt werden.

Vorauflaufverfahren – frühes Nachauflaufverfahren
Diese Anwendungszeiträume haben sich in den letzten Jahren bewährt. Später ist mit Ausnahme von Klettenlabkraut und Kamille keine ausreichende Bekämpfung der Leitunkräuter mehr möglich. Voraussetzung für die optimale Wirkung dieser Produkte (siehe auch Tabelle) sind genügend Niederschläge nach der Saat und ein feinkrümeliger gut abgesetzter Boden. Die Verträglichkeit kann vor allem bei starken Niederschlägen nach der Anwendung etwas leiden. Produkte im Vorsaateinarbeitungs-, Vor- oder frühen Nachauflaufverfahren haben teilweise den Nachteil, dass sie eine lange Nachwirkzeit im Boden haben und der Nachbau relativ eingeschränkt sein kann.

Leitunkräuter und die dazu wirksamen Produkte
Kamille
Ein nasser Herbst und eher kalkarme aber nährstoffreiche Böden begünstigen das Auftreten. Spezialisten dagegen sind Devrinol 45 F (mind. 2 l/ha), Butisan oder Fuego. Butisan Top zeigt bei genügend Bodenfeuchte und Kamillepflanzen bis 2 cm Wuchshöhe gute Wirkung. Auch mit Nimbus CS erzielt man eine sichere Wirkung, bei Brasan sollen 2,5 – 3 l/ha verwendet werden, kann jedoch auf manchen Standorten zu Verträglichkeitsproblemen führen. Bei Colzor Trio sind mind. 3,5 l/ha nötig.
Zu beachten ist, dass Kamille im Frühjahr nur mehr mit Lontrel 100 (relativ teuer) und Effigo in den Griff zu bekommen ist.

Autor: Dipl. Ing. Hubert KÖPPL, Landwirtschaftskammer für Oberösterreich, Linz


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Aktualisiert am: 21.08.2008 17:13

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