Unkrautbekämpfung bei Getreide und Raps im Herbst

Im Frühjahr sollen die Winterungen voll durchstarten können, die Bedingungen dafür werden im Herbst gelegt. Wichtig ist, den jungen Kulturen die lästige Unkrautkonkurrenz vom Hals zu schaffen.
BT: Verunkrautungen mit Vogelmiere, Windhalm und frühem Klettenlabkraut
BT: Verunkrautungen mit Vogelmiere, Windhalm und frühem Klettenlabkraut
Getreide
Der Anbauzeitpunkt legt die Entwicklungsmöglichkeiten für das Unkraut und somit auch den Unkrautdruck fest. Warmes Wetter fördert die rasche Keimung und gute Entwicklung zu ernstzunehmenden Konkurrenten für die Kulturpflanzen. Eine frühe Herbstsaat, besonders bei Gerste, führt aber auch zu gut entwickelten Getreidebeständen mit optimalem Start für das Frühjahr. Während die Gerste vor Vegetationsende noch bestocken soll (9 Blätter sind optimal), besteht bei Weizen diese Notwendigkeit nicht in diesem Ausmaß. Es kann für Weizen durchaus auch ernstzunehmende Gründe geben, nicht zu früh zu säen, um nicht Krankheits- und Schädlingsprobleme (zB Halmfliege) heraufzubeschwören. Trotzdem lautet das Ziel, 6 Blätter noch vor Vegetationsschluss zu erreichen. Besonders bei Wintergerste ist das Thema „Viröse Gelbverzwergung“, auch mit dem Anbauzeitpunkt in Verbindung zu sehen. Denn gerade die früh gedrillten Bestände waren stark von Blattläusen, den Überträgern der Krankheit befallen. Natürlich kann eine Insektizidbeizung hier Abhilfe schaffen.
Die Konkurrenzierung durch gut entwickelte Unkräuter wird aber besonders im Frühjahr ein ernstzunehmendes Problem, besonders unter trockenen Bedingungen. Eine frühzeitige Ausschaltung der Unkrautkonkurrenz, speziell bei Gerste, ist also überlegenswert und ein zentraler Punkt für den Herbsteinsatz.

Raps
Während der Getreidebauer noch im Frühjahr jede Menge Produkte zur Auswahl hat, hat sich die Situation im Raps stark verschlechtert. Eine chemische Unkrautbekämpfung im Frühjahr ist durch den Wegfall von Cresopur, Bladex und bald auch Lentagran praktisch nicht mehr möglich.
Wer Probleme mit Klettenlabkraut, Kamille, Vogelmiere, Hirtentäschel oder Taubnessel hat, muss im Herbst bekämpfen. Ausfallgetreide soll ebenso im Herbst bekämpft werden, um die Getreidekrankheiten am Feld nicht überwintern zu lassen, wodurch die Vorfruchtwirkung von Raps erhalten bleibt.
Der Saatzeitpunkt und besonders der Verunkrautungsgrad der Vorfrucht spielt eine wesentliche Rolle für die Ausbreitungsintensität der Unkräuter. Je früher die Saat, umso stärker wird sich das Unkraut auch im Herbst entwickeln.



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Aktualisiert am: 29.09.2004 11:52
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