Umweltgerechte Fütterung – ist mit Leistungseinbußen zu rechnen?

Hohe Rohproteingehalte in der Futterration werden oft mit einem hohen Leistungsanspruch argumentiert. Eine Überversorgung belastet aber den Stoffwechsel des Schweins und die Geldbörse des Schweinehalters unnötig. Neue Versorgungsempfehlungen helfen, das Fütterungsmanagement zu optimieren.
Das leistungsorientierte Angebot von Nähr-, Mineral- und Wirkstoffen führt zu einer Minimierung der unvermeidlichen Nährstoffausscheidungen über Kot und Harn.
Das leistungsorientierte Angebot von Nähr-, Mineral- und Wirkstoffen führt zu einer Minimierung der unvermeidlichen Nährstoffausscheidungen über Kot und Harn.
Das Grundprinzip der umweltgerechten Fütterung besteht in erster Linie in einer streng am Bedarf für die jeweilige Leistung ausgerichteten Fütterung. Dieses beinhaltet einerseits eine optimale Nähr- und Mineralstoffausstattung der einzusetzenden Futter, ein leistungsbezogenes Futterangebot und einen gezielten Einsatz von Zusatzstoffen wie zB Aminosäuren und das Enzym Phytase. Dabei ist die Effektivität dieser Umweltfütterung „ohne Vorhaltementalität beim Nährstoffangebot“ durch planmäßige Futter-Checks regelmäßig zu überprüfen. Diese Checks beinhalten Untersuchungen zur Überprüfung der eingesetzten, selbsterzeugten und zugekauften Rohkomponenten und der fertigen Mischungen hinsichtlich Nährstoffausstattung und Hygienestatus. Selbstverständlich müssen die tierischen Leistungen auch regelmäßig geprüft werden um den Erfolg der jeweiligen Fütterungsstrategie zu überprüfen. Hierzu zählen unter anderem, die täglichen Kontrollen von Futteraufnahmen, Wasserverbräuchen und die systematische Auswertung der biologischen Leistungen von verkauften Tiergruppen.

Es kann festgestellt werden, dass zur Erfüllung der neuen Versorgungsempfehlungen beim Eiweiß in der Vormast ab 27,5 kg Lebendmasse (LM) eine höhere Sojaschrotergänzung erforderlich ist. Diese optimierte Mischung wird auch den neuen Anforderungen bei der Eiweißversorgung fleischreicher Herkünfte gerecht.

Ab 40 kg LM ist nach neuer Vorgabe eine geringfügig höhere Sojaextraktionsschrotergänzung im Vergleich zu früheren Empfehlungen notwendig, ab 70 kg LM braucht dann kein zusätzliches Sojaextraktionsschrot mehr ergänzt werden zur Einstellung der neuen Norm im Vergleich zur früheren Norm auf Basis der Brutto-Aminosäuren-Gehalte. Anders sieht es bei fleischreichen Herkünften in Mittel- und Endmast aus. Hier ist sowohl ab 40 kg LM als auch ab 70 kg LM eine deutlich höhere Sojaextraktionsschrotergänzung erforderlich. So müssen in den Mischungen ab 40 kg LM für fleischreiche Herkünfte das Sojaschrot um 2,5-% Punkte erhöht werden und ab 70 kg LM sogar um 3 %-Punkte erhöht werden.

Autor: Dr. Gerhard STALLJOHANN, Landwirtschaftszentrums Haus Düsse


Aktualisiert am: 23.03.2007 13:03
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