Umsatzsteuer-Option noch vor dem 31. Dezember möglich

Für Landwirte, die größere Investitionen (zB Traktorkauf, Bau einer Maschinenhalle) im Jahr 2008 getätigt haben, lohnt es sich, zu überprüfen, ob eine Umsatzsteueroption vorteilhaft ist.

Eine Optierung macht Sinn, wenn in den nächsten vier Jahren zB noch Maschinen angeschafft werden sollen.
Eine Optierung macht Sinn, wenn in den nächsten vier Jahren zB noch Maschinen angeschafft werden sollen.
Eine Probeberechnung für einen Zeitraum von fünf Jahren ist empfehlenswert, da auch die Option verpflichtend für diesen Zeitraum erfolgen muss. Dabei gilt es zu beachten, dass regelbesteuerte Betriebe beim Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten immer einen Umsatzsteuersatz von 10 % ausweisen müssen.

Ein- und Austritt aus der Pauschalierung
Im Rahmen der Umsatzsteueroption stellt sich die Frage, wie mit Lieferungen und Leistungen, die noch im Rahmen der Pauschalierung ausgeführt wurden, aber erst zum Zeitpunkt der Option abgerechnet werden, umzugehen ist. Hier gilt die Regelung, dass diese Umsätze noch pauschal abzurechnen sind. Beispiel dafür ist die Holzabrechnung. War ein Landwirt beispielsweise 2007 umsatzsteuerlich pauschaliert und optiert er 2008, so ist die Holzabrechnung 2008 für 2007 geliefertes Holz noch mit pauschalierten Umsatzsteuersätzen durchzuführen und die Umsatzsteuer muss nicht abgeführt werden.

Zu beachten
Ist eine Option für 2008 vorteilhaft, muss bis spätestens 31. 12. 2008 beim Finanzamt ein schriftlicher Optionsantrag eingebracht werden. Die Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen ist zu wenig und berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug! Sofern Ihr Umsatz 2008 die Kleinunternehmergrenze von € 30.000 nicht übersteigt, müssen Sie zusätzlich auch eine Verzichtserklärung auf Anwendung der Kleinunternehmerregelung abgeben (Doppeloption).

Autor: Dr. Christian URBAN, LBG Wirtschaftstreuhand, Wien


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Aktualisiert am: 24.11.2008 16:26

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