Umfrage für mehr Gerechtigkeit am Lebensmittelmarkt

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Landwirte sind das erste und oftmals schwächste Glied in der Lebensmittelkette. Das will die EU ändern. Eine neue Umfrage soll dabei helfen.
Eine EU-weite Umfrage soll erheben, wie die Stellung der Landwirtschaft in der Lebensmittelkette verbessert werden kann.(Foto: bernatets photo /shutterstock.com)
Eine EU-weite Umfrage soll erheben, wie die Stellung der Landwirtschaft in der Lebensmittelkette verbessert werden kann.(Foto: bernatets photo /shutterstock.com)
Am 16. August startete die Europäische Kommission eine EU-weite Umfrage. Dabei soll geklärt werden, ob sich die Lebensmittelversorgungskette nicht fairer gestalten ließe. Landwirte, Bürger und andere interessierte Kreise werden aufgefordert, sich im Rahmen der Online-Befragung bis zum 17. November 2017 zu diesem Thema zu äußern.
Es gibt Hinweise darauf, dass die Wertschöpfung der Lebensmittelversorgungskette nicht gerecht auf alle Stufen verteilt ist, weil beispielsweise kleinere und somit schwächere Marktteilnehmer wie Landwirte und Kleinunternehmen über eine andere Verhandlungsposition verfügen als ihre wirtschaftlich stärkeren Geschäftspartner.

Landwirte häufig das schwächste Glied

Der für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige Kommissar Phil Hogan sagte: „Die Landwirte sind das erste Glied der Kette. Ohne sie gäbe es keine Lebensmittel zu verarbeiten, zu verkaufen und zu verbrauchen. Dabei stellen wir allerdings fest, dass sie häufig noch immer das schwächste Glied in der Kette sind. Im Einklang mit der langjährigen Praxis der EU-Kommission, den europäischen Landwirten zur Seite zu stehen, leiten wir Maßnahmen in die Wege, um die Schwächen der Lebensmittelversorgungskette zu beheben." Die Europäische Kommission will so prüfen, ob es notwendig und zweckmäßig ist, auf EU-Ebene Maßnahmen zu treffen, um unlautere Handelspraktiken im Zusammenhang mit Erzeugnissen der Agrar- und Ernährungswirtschaft einzudämmen oder zu regeln. Darüber hinaus soll bewertet werden, in welchem Maße Markttransparenz entlang der Kette gegeben ist und auf welcher Stufe sie verbessert werden kann. Die Konsultation basiert auf den Arbeiten der Task Force „Agrarmärkte", die Kommissar Hogan im Jänner 2016 eingerichtet hat und die zum Ziel hatte, die Position der Landwirte in der Lebensmittelversorgungskette zu stärken. Mit den zusätzlichen Erkenntnissen aus derOnline-Umfrage hofft man nun, wichtige Ideen für die zukünftige Arbeit der Europäischen Kommission zu sammeln und umzusetzen.

Aktualisiert am: 18.08.2017 10:50