Ukraine möchte mehr Getreide in die EU exportieren

Die Ukraine will mehr Getreide in die Europäische Union ausführen dürfen. Kurz vor Jahreswechsel appellierte Kiew an die EU-Kommission, mehr Importe zuzulassen, berichtet die Wirtschaftszeitung "Kommersant Ukraina".
Die Ukraine will mehr Getreide in die Europäische Union ausführen dürfen.
Die Ukraine will mehr Getreide in die Europäische Union ausführen dürfen.
Allerdings, so das Blatt, halten auch die ukrainischen Experten die Chancen auf eine Erleichterung des Getreidehandels mit der EU für minimal. Diese Auffassung äußerte beispielsweise der Vorsitzende des Agrarausschusses im nationalen Parlament, Nikolai Prisjasznjuk. Auch ein Vertreter des Analysen- und Beratungsunternehmens UkrAgroConsult erklärte, die ukrainische Regierung wolle zwar eine Aussetzung oder Senkung der EU-Importzölle erreichen, sei aber kaum imstande, gleichwertige Zugeständnisse anzubieten.

Zuvor hatte die Ukrainische Getreide-Assoziation (UGA) das Ministerkabinett darauf hingewiesen, dass das Land von der Einführung praktisch prohibitiver EU-Importzölle auf Getreide stark betroffen sei. Die dabei für die Ukraine festgesetzte Quote für Weizenlieferungen zu vergünstigten Konditionen sei aus Sicht der UGA eher unbedeutend. Die Organisation befürchtet, dass angesichts dessen sowie des von der ägyptischen Versorgungsbehörde General Authority of Supply Commodities (GASC) bis Ende des laufenden Wirtschaftsjahres erklärten Einfuhrstopps für ukrainischen Weizen die Übergangsvorräte an Getreide Anfang 2009/10 bei 20 Mio. t liegen werden. Dies wäre lediglich um 6 Mio. t weniger als der gesamte jährliche Binnenbedarf. Die UGA hofft nun darauf, dass eine Quote für zollfreie Importe von Getreide aus der Ukraine gewährt wird.

Das ukrainische Kabinett teilt diese Vorstellung. Der erste stellvertretende Ministerpräsident, Alexander Turtschinow, erklärte vor Journalisten in Kiew, sein Land habe keinesfalls Anlass für derartige Restriktionen seitens der EU gegeben. Er meint, dass diese gegenüber einem Mitgliedsland der Welthandelsorganisation (WTO) unzulässig seien. (AIZ.info)


Aktualisiert am: 14.01.2009 15:21

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