Überproduktion: Richtungswechsel der GAP notwendig

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Die nationalen und europäischen Maßnahmen zur Stabilisierung der Agrarpreise bekämpfen nur Symptome. Die Ursachen liegen tiefer begraben. Ein Kommentar von LANDWIRT Chefredakteur Roman Goldberger.
Um die schwierige Lage auf den Agrarmärkten in den Griff zu bekommen, ist ein Richtungswechsel in der Gemeinsamen Agrarpolitik erforderlich. (Foto: shutterstock/lantapix)
Um die schwierige Lage auf den Agrarmärkten in den Griff zu bekommen, ist ein Richtungswechsel in der Gemeinsamen Agrarpolitik erforderlich. (Foto: shutterstock/lantapix)
Nehmen wir an, es ist Winter. Die Heizung läuft und die Zimmertemperatur erreicht 25 °C. Sie schwitzen und öffnen die Fenster. Für den Moment ist es angenehm kühl, aber dann wird’s richtig kalt und sie schließen wieder. Nach einer Stunde kommt das Problem erneut. Was machen Sie? Viele Leser würden die Heizung zurückdrehen. Nicht aber Phil Hogan. Der EU-Agrarkommissar würde einen automatischen Fensteröffner kaufen, der öffnet, wenn es kaum mehr auszuhalten ist. Natürlich ist das Unsinn. Herr Hogan wird in seinen eigenen vier Wänden genau so rational reagieren und die Heizung zurückdrehen.

Das Beispiel zeigt aber, wie kurz gedacht die europäischen und nationalen Maßnahmen zur Stabilisierung der Agrarpreise sind. Private Lagerhaltung, Liquiditätshilfen und Zuschüsse für TGD- und Sozialversicherungsbeiträge sind Symptombehandlungen einer Überproduktion. Dadurch senkt sich kurzfristig die Zimmertemperatur, an der stetigen Überhitzung ändert das aber nichts. Auch die von Hogan vorgeschlagene freiwillige Mengendrosselung ist zahnlos, denn es fehlt der finanzielle Anreiz. Oft ist zu hören, dass die Gemeinsame Agrarpolitik keine anderen Instrumente erlaube.

Der Vergleich mit der Heizung führt vor Augen, wie schwerfällig eine GAP ist, wenn sie keine Ursachenbekämpfung ermöglicht. Mittlerweile fordern Branchenvertreter und EU-Parlamentarier eine europäische Mengenregelung bei Milch und Fleisch. Es liegt nun an uns Bauern, den Druck für einen Richtungswechsel der GAP zu erhöhen. Ansonsten werden nationale und europäische Agrarpolitiker weiterhin nur das Fenster öffnen, wenn es zu heiß wird.

Aus LANDWIRT Ausgabe 10/2016

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Aktualisiert am: 09.05.2016 14:54
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