Über Rehwild und Waldverjüngung

Rehwild ist überall dort ein Thema, wo der Waldbewirtschafter mit der Entwicklung der Waldverjüngung unzufrieden ist oder sich der forstliche Umgang mit der Waldverjüngung ungünstig auf die gewohnte jagdliche Bewirtschaftung des Rehwildes auswirkt.
Laubwald mit Naturverjüngung bietet dem Rehwild optimalen Lebensraum.
Laubwald mit Naturverjüngung bietet dem Rehwild optimalen Lebensraum.
Der Mensch verändert die Tragfähigkeit eines Lebensraumes für Rehwild. Ist die „schadensabhängige Tragfähigkeit“ einer Kulturlandschaft niedriger als die „biotische Tragfähigkeit“, entsteht aus forstlichem oder landwirtschaftlichem Blickwinkel üblicherweise die Forderung nach Wildstandsregulierung durch die Jagd. Die Wechselbeziehung zwischen Rehwild und Waldverjüngung lässt sich aber auch durch Veränderung des Besiedlungsanreizes eines Lebensraumes beeinflussen.

Optimierung der Kooperation von Forst und Jagd im Waldrevier
Besonders wichtig ist das Gespräch über Problemflächen mit dem zuständigen Jäger. Bei regelmäßigen Revierbesprechungen können notwendige Maßnahmen kurzfristig angepasst werden:
Ø Wo befinden sich in naher Zukunft Verjüngungen mit erhöhtem Fege- oder Verbissrisiko? (ev. Hinweis auf erforderliche Stammzahlen pro ha)
Ø Auf welche Baumarten ist besonders zu achten? (zB Tanne, Lärche, Eiche)
Ø Wo sind voraussichtlich technische Verbiss-Schutzmaßnahmen erforderlich?
Ø Welche Gehölze darf das Rehwild schadensfrei intensiver nutzen? (zB Weide, Holunder, Eberesche oder im Verjüngungsziel nicht enthaltene Wirtschaftsbaumarten).
Ø Wo ist eine Winterfütterung empfehlenswert, wo unzweckmäßig?
Ø Sind Maßnahmen zur Erleichterung der Bejagung nötig?
Vereinte (Grundbesitzer und Jäger) Beobachtungsgabe und Hausverstand bilden im Spannungsfeld "Rehwild und Waldverjüngung" die Grundlage für zukünftigen Erfolg. Gemeinsamkeiten motivieren, Frontenbildung sowie wechselseitige Angriffe und Vorwürfe provozieren passiven Widerstand. Mit welchen Strategien das Spannungsfeld Rehwild-Wald in den Griff zu bekommen sein könnte, lesen Sie im nächsten Landwirt Heft, in dem wir sie dann auch um ihre Meinung zu diesem Thema bitten werden.

Linktipp: www.waldwissen.net

Autor: Dr. Fritz VÖLK, Österreichische Bundesforste AG, Purkersdorf


Aktualisiert am: 22.06.2006 17:40
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