US-Agrarminister Vilsack gibt Milchhilfen frei

Die Aufteilung eines 350-Millionen-Dollar-Paketes ist jetzt klar: Das Gros geht direkt an die Milcherzeuger. Darüber hinaus wurde der Aufkauf von Käse für die Bedürftigenhilfe beschlossen und der Milchviehbestand soll 2010 um 2,5 Prozent sinken.
Direktbeihilfen über rund 290 Mio. US-Dollar sollen den Milchfarmern 2010 ein besseres Jahr bescheren.
Direktbeihilfen über rund 290 Mio. US-Dollar sollen den Milchfarmern 2010 ein besseres Jahr bescheren.
In den Vereinigten Staaten hat Landwirtschaftsminister Tom Vilsack Details zur Verwendung eines 350 Mio. $ (244 Mio. Euro) schweren Hilfsprogramms für die Milcherzeuger bekannt gegeben. Demnach sollen 60 Mio. $ (42 Mio. Euro) für den Aufkauf von Käse ausgegeben werden. Die Ware soll sozial Schwachen im Rahmen der Bedürftigenhilfe zur Verfügung gestellt werden. Der Großteil des Gesamtpakets geht mit 290 Mio. $ (202 Mio. Euro) direkt an die Milcherzeuger. Vilsack erklärte dies mit dem schlechten Erlösniveau der Landwirte. Im vergangenen Sommer fielen die Preise laut Angaben des Washingtoner Agrarressorts derart, dass die Erlöse nur noch die Hälfte der Produktionskosten deckten. So sollen die nun bereitgestellten Millionen als mengenabhängige Direktzahlung an die Landwirte fließen. Konkret richtet sich die Höhe der Beihilfe nach der von Februar bis Juli dieses Jahres angelieferten Menge.

Preisanstieg um 40 Prozent erwartet
Das jetzt aufgelegte Programm ist das letzte einer Reihe von Hilfsmaßnahmen der Regierung, die sich im letzten Jahr auf rund 1 Mrd. $ (697 Mio. Euro) summieren. So wurden laut Angaben des Landwirtschaftsministeriums allein von August bis Oktober des Jahres durch Preisstützungsmaßnahmen 243 Mio. $ (169 Mio. Euro) gezahlt. Ein nun für Käse aufgelegtes Aufkaufprogramm war in vergleichbarer Weise bereits im März 09 für Milchpulver angelaufen. Einhergehend mit einer deutlichen Abstockung der Milchviehherden rechnet das Landwirtschaftsministerium in Washington für 2010 wieder mit besseren Erlösen für die Milcherzeuger. Im Jahresdurchschnitt sollen die Erzeugerpreise gegenüber 2009 zu den Aussichten für tierische Erzeugnisse um rund 40 % auf umgerechnet etwa 25 Cent/kg steigen. Aufgrund von Währungsschwankungen und der Produktspezifikationen sind diese Preisangaben mit den Gegebenheiten in Europa aber nur bedingt vergleichbar. Der niederländische Bauernverband (LTO) gibt die Durchschnittspreise der US-amerikanischen Molkereien von November 2008 bis Oktober 2009 mit umgerechnet 21 Cent/kg bei einem Fettgehalt von 4,2 % an, gegenüber einem Mittel von gut 27 Cent bei 15 großen Molkereien in der Europäischen Union. (AgE)

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Aktualisiert am: 02.01.2010 23:13
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