Tuberkulose bei Rindern

Die Rinder- TBC, die auch auf den Menschen übertragbar ist, ist, seit dem Auftreten Ende letzten Jahres in Tirol, auch in Österreich wieder Thema. Wer verursacht sie, wie kann sie übertragen werden und wie kann man diese Krankheit erkennen?
Die Rinder- TBC ist auch auf den Menschen übertragbar und damit eine ernst zu nehmende Tierseuche.
Die Rinder- TBC ist auch auf den Menschen übertragbar und damit eine ernst zu nehmende Tierseuche.
Die Tuberkulose der Rinder ist eine durch Mycobacterium bovis hervorgerufene Infektionskrankheit. Sie ist auf den Menschen übertragbar und damit eine so genannte Zoonose. Gegenüber Mycobacterium tuberculosis, dem Haupterreger der Tuberkulose des Menschen, sind Rinder ebenfalls empfänglich, solche Infektionen kommen allerdings sehr selten vor. Die Tuberkulose der Rinder manifestiert sich vor allem in der Lunge, bei Kälbern im Rachen und Darm. Die Rindertuberkulose ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.

Rotwild als Überträger
Noch nicht gänzlich geklärt, aber als hinreichend sicher ist das erneute Aufflammen durch eingetragenes Rotwild und einer Infektion von Weidetieren in der Alpenregion. Der hauptsächliche Erreger hier ist Mycobacterium caprae, ein enger Verwandter des Rindertuberkulose-Erregers.
Ende letzten, Anfang diesen Jahres wurden, nach Bekanntwerden von einigen TBC- Fällen im Außerfern, rund 50 000 Rinder in den Bezirken Imst, Landeck und Innsbruck- Land auf Tuberkulose untersucht. Im April konnte für die Rinder schließlich Entwarnung gegeben werden. Da jedoch nachweislich auch einige Rotwildtiere an TBC erkrankt waren und das Rotwild daher als Überträger in Frage kommt, soll rund der halbe Rotwildbestand im oberen Lechtal liquidiert werden.

Wie wird die Untersuchung auf TBC durchgeführt?
Der Nachweis der infizierten Tiere wird anhand des „Hauttestes“ durchgeführt. Hier injiziert man in die Hautfalte (meist Hals) eine geringe Menge von Tuberkulinserum. Ist ein Tier infiziert, kommt es zur lokalen Gewebsreaktion, die Haut verdickt sich, die mit einem so genannten Federcutimeter gemessen wird. Derart auffällige Tiere werden nun serologisch (durch Blutentnahme) erneut getestet, der Betrieb wird für die Dauer der Testung aber für die Milchvermarktung gesperrt (unter Umständen sogar einige Monate). Bei Bestätigung sind diese Tiere wegen der Übertragungsgefahr unverzüglich gemäß den tierseuchenrelevanten Vorschriften zu entsorgen.

Wie erfolgt eine Infektion?
Der Erreger wurde früher mannigfaltig durch die Abgabe von Rohmilch an Haushalte weitergegeben – pasteurisierte Milch ist jedoch ungefährlich. Aber auch eine Tröpfcheninfektion von klinisch unauffälligen, aber infizierten Trägern (Menschen und Tiere) ist möglich, was die Beherrschung der Krankheit so schwierig macht. Beim Rind wird ca. 87 Tage nach der ursprünglichen Infektion der Erreger erneut ausgeschieden, das Infektionsrisiko steigt nun für andere Tiere enorm an. Der Erreger an sich ist nicht besonders widerstandsfähig; Sonneneinstrahlung sowie kurzzeitige Pasteurisierung der Milch beseitigt ihn restlos, Hygiene tut ihr Übriges. In feuchter und warmer Erde kann er jedoch genauso wie in Fäces von Rindern mehrere Wochen überleben und infektiös bleiben. Der Erreger kann über alle Körperexkretionen wie Speichel, Wunden, Urin und Schleimauswurf beim Husten weitergetragen werden.

Mehr Informationen zur Rinder- TBC finden Sie unter landwirt.com/tuberculose

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Aktualisiert am: 29.09.2009 17:30
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