Trockensteher richtig halten und auf die Laktation vorbereiten

Die trockenstehenden und frisch abgekalbten Kühe sind die wichtigsten Kühe einer Milchviehherde. Dementsprechend viel Aufmerksamkeit sollte auch der Haltung und Fütterung der Trockensteher gewidmet werden, damit der Start in die neue Laktation reibungslos funktioniert.
Der Fütterung und Haltung von Trockenstehern ist viel Aufmerksamkeit zu schenken, damit der Start in die neue Laktation reibungslos funktioniert.
Der Fütterung und Haltung von Trockenstehern ist viel Aufmerksamkeit zu schenken, damit der Start in die neue Laktation reibungslos funktioniert.
Kühe sind in der Trockenstehzeit erheblichen Stoffwechselbelastungen ausgesetzt. Die Fütterung der Trockensteher hat eine besondere Bedeutung, da Fütterungsfehler häufig zu Stoffwechselentgleisungen wie Ketose, Milchfieber oder Pansenazidose führen. Auch Nachgeburtsverhalten, Labmagenverlagerungen, Mastitis und Fruchtbarkeitsprobleme in der nachfolgenden Laktation können die Konsequenz von Managementfehlern in der Trockenstehperiode sein.

Verfettung vermeiden
Ein hohes Risiko für die folgende Laktation haben verfettet abkalbende Kühe, da sie eine deutlich erhöhte Schwer- und Totgeburtenrate haben, aber auch sehr viel anfälliger für Stoffwechselstörungen sind. Zudem fressen fette Kühe weniger, was das Risiko von Ketosen nach dem Kalben massiv erhöht. Um eine Überkonditionierung von Kühen zu vermeiden, sind die Kraftfutterzuteilung bzw. die Rationsgestaltung bereits im letzten Laktationsdrittel an die Entwicklung der Körperkondition anzupassen. Nur so lässt sich eine unerwünschte Verfettung vermeiden. Nach wie vor gilt die Empfehlung, die Trockensteher in zwei Phasen zu füttern. Dabei kommt bereits der frühen Trockenstehphase von 8-6 Wochen bis 3-2 Wochen vor dem erwarteten Kalbetermin eine große Bedeutung zu. In dieser Zeit sollen die Tiere mit einer energie- und eiweißreduzierten, gleichzeitig aber strukturreichen Ration gefüttert werden.

Kuh-Komfort muss sein
Die Haltungsansprüche trockenstehender Kühe werden in der Praxis insbesondere in der ersten Trockenstehphase leider häufig nicht erfüllt. Vielfach reicht auch die Sauberkeit und Hygiene des Liegebereichs nicht aus, was das Risiko von Euterinfektionen in der Trockenstehzeit erhöht. Durch das höhere Gewicht und die Leibesfülle sind die Trockensteher deutlich weniger beweglich, insbesondere auch beim Abliegen und Aufstehen. Der Stoffwechsel ist durch die gravierenden Umstellungen sowieso schon stark belastet und auch die Immunabwehr ist in dieser Zeit herabgesetzt. Es spricht also vieles dafür, den Kühen in der gesamten Trockenstehzeit möglichst komfortable Haltungsbedingungen zu bieten.


Aktualisiert am: 16.01.2012 09:09
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