Trockenheit- wer darf was?

Einer der heißesten Sommer seit Jahren hinterlässt seine Spuren. Futterzukauf ist das Topthema bei den Viehhaltern. Die Politik bietet Hilfe an. Hier ein Überblick.
Online-Börsen helfen bei der Suche nach geeignetem Futter. Foto: agrarfoto.com
Online-Börsen helfen bei der Suche nach geeignetem Futter. Foto: agrarfoto.com


Eine hitzige Debatte hat sich in Deutschland rund um die ursprünglich mit einer Milliarde Euro bezifferten Entschädigungsforderungen des Bauernverbandes entwickelt. Am 22. August hat Bundeslandwirtschaftministerin Klöckner dann ein unter den Vorstellungen des Bauernverbandes liegendes Hilfsprogramm präsentiert. Die Hälfte der Schäden soll jenen Betrieben ausgeglichen werden, deren Naturalerträge zumindest 30% unter den besten drei der letzten 5 Jahre liegen. An die 10.000 Betriebe sollten laut Ministerium betroffen sein. Details zur Schadensermittlung stehen aber noch aus. Die Hilfe wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt werden. Zur akuten Linderung von Futtermängeln dürfen Zwischenfruchtmischungen auf ökologischen Vorrangflächen für Futterzwecke genutzt werden.
In Österreich wurde die vorzeitige Nutzung von speziellen Biodiversitätsflächen gestattet. Am 6. September gab das Landwirtschaftsministerium bekannt, dass für ca. 20.000 Viehhalter von Vorarlberg bis Niederösterreich 20 Millionen Euro bereitgestellt werden. Die Zuschüsse für Prämien bei Tierausfalls-Versicherungen werden von bisher 50 auf 55% aufgestockt. Stundung von Raten, Laufzeitverlängerungen bei Krediten und die Wiederaufforstung nach einer der stärksten Borkenkäferplagen umfasst das 60 Millionen Euro schwere Hilfspaket. Die Kosten werden zwischen Bund und Ländern aufgeteilt.

Ausnahmen für Bio in Deutschland
Schwierig ist der Futterzukauf für die Bio-Betriebe, denn diese dürfen laut EU-Bioverordnung nur von anderen Bio-Betrieben Futter zukaufen. Damit reduziert sich das Angebot erheblich. In Österreich sind 20% der Betriebe Bio-Betriebe. In Deutschland hingegen wirtschaftet erst jeder 10. Betrieb nach ökologischen Kriterien. Einzelne deutsche Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg und Hessen haben daher einzelbetrieblich den konventionellen Raufutterzukauf erlaubt. Das kollidiert aber mit den Ansprüchen einzelner Vermarkter. So hat der Aufsichtsrat von Europas größtem Milchverarbeiter, Arla Foods, beschlossen, Bio-Milcherzeugern, die ausnahmsweise konventionelles Futter zufüttern, einen um 3 Cent verringerten Milchpreis zu zahlen. Laut Arla wird diese Milch nicht für die Erzeugung von Bio-Milchprodukten verwendet werden. Diese Preisdifferenzierung könne je nach Markt- und Witterungsverhältnissen verändert werden. Zum Zeitpunkt 25. August würden in Deutschland nur eine „Handvoll“ der Arla Bio-Mitglieder von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen.


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Aktualisiert am: 06.09.2018 10:18
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