Trichophytie: Und jährlich grüßt die Glatzflechte

Viele Betriebe haben mit der Hauterkrankung Trichophytie, auch Glatzflechte genannt, zu kämpfen. Die Eingangspforte in den Betrieb ist meist der Zukauf von Kälbern.
Trichophytie wird von Tier zu Tier oder über die Stalleinrichtung übertragen.
Trichophytie wird von Tier zu Tier oder über die Stalleinrichtung übertragen.
Die Trichophytie ist eine Pilzerkrankung der Haut, die sehr ansteckend und leicht vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragbar ist. Die Erreger leben ausschließlich in der Haut ihrer Wirte, allerdings können ihre Sporen jahrelang in der Umgebung überleben.

Haarlose Stellen und Krusten
Die Trichophytie ist charakterisiert durch rundliche, scharf abgesetzte haarlose Stellen, teils schuppigen Krusten. Die Folgen sind aber teilweise gravierend - schlechte Entwicklung der Kälber, verminderte Mastleistung, bei Kühen verminderte Milchleistung und bleibende Hautschäden, die man allerdings erst beim Gerben erkennen kann. Desinfektionsmaßnahmen und regelmäßige Reinigungen, wie sie bei den Schweinebetrieben seit Jahrzehnten etabliert sind, helfen befallenen Rinderbetrieben, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Besonders Gerätschaften und Stalleinrichtungen, wie Bürsten und Automatentränken, müssen regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Weiters ist der Nager- und Fliegenbekämpfung besonderes Augenmerk zu schenken. Als Desinfektionsmittel haben sich Chlorkalk 1 %ig, Natriumhypochlorit 5 %ig in einer Menge von einem Liter auf den Quadratmeter bewährt.

Sonne hilft
Zur Behandlung sind Salben und Waschlösungen zugelassen. Manche Landwirte kritisieren die schlechte Wirksamkeit von Impfstoffen (teuer und genützt hat es nur dem Tierarzt).
Da die Inkubationszeit sehr lange ist, können bereits infizierte Tiere trotz Impfung erkranken.
Eine Impfung macht nur dann Sinn, wenn man den ganzen Bestand, und zwar über Jahre konsequent, impft und dann erst auf die Impfung der Neugeborenen und der Zukauftiere übergeht. Bei einer flächendeckenden Impfung in Norwegen über sechs Jahre hindurch konnte die Befallsquote von 70 % auf 0 % gesenkt werden und ein Neuausbruch fünf Jahre lang verhindert werden. Der Impfstoff darf derzeit im Rahmen des TGD Programms „Parasiten und Trichophytie“ an den Landwirt abgegeben werden. Die Kosten der Impfung sind allerdings relativ hoch. Eine Impfdosis für ein Kalb kostet 5,30 Euro und für ein Rind 10,60 Euro. Nach zwei Injektionen zur Grundimmunisierung muss jährlich nachgeimpft werden. Am besten hat sich die Einrichtung eines Quarantänestalls mit einem Rein Raus Verfahren bei den Mastbetrieben bewährt. Direkte Sonneneinstrahlung, sowie die Installation von Tageslichtlampen erweisen sich als sehr hilfreich. Wichtig ist auch ein sehr gutes Stallklima mit viel Luft und Licht.

„Landwirt“-Rinderforum
Wie bekommen Sie die Glatzflechte in den Griff? Diskutieren Sie mit auf www.landwirt.com/rinder

Autor: Dr. Franz GEWESSLER, St. Roman


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Aktualisiert am: 04.02.2010 14:40
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