Trends in der Schweinemast

Die Leistungen in der Mastschweinehaltung, insbesondere die Masttagszunahmen und der Futteraufwand, stagnieren seit Jahren. Die Verluste steigen sogar tendenziell. Über Trends in der Schweinemast berichtet der folgende Beitrag.



Sowohl Warmställe als auch Kaltställe sind möglich – jedes Verfahren hat Vor- und Nachteile.
Sowohl Warmställe als auch Kaltställe sind möglich – jedes Verfahren hat Vor- und Nachteile.
Die Häufigkeit der Verendungen bei Mastschweinen erreichte (in Deutschland) im letzten Jahr im Durchschnitt 3,9 %. Im Mittel von fast 3000 ausgewerteten Mastbetrieben betrugen die Masttagszunahmen nur 708 Gramm bei einer Futterverwertung von 2,96 kg je kg Zuwachs.

Bei der Verfahrensentwicklung der Mastschweinehaltung sind zwei Trends zu erkennen. Der Haupttrend ist auf die Haltung der Tiere im Warmstall mit vollperforiertem Boden und in größeren Gruppen gerichtet. Beim Stallneubau bieten sich Hallen an, die bis zu einer Breite von 20 m ohne Stützen auskommen. Für die Außenwände werden Poroton-Steine (30 cm breit) verwendet, die innen bis zu einer Höhe von 1,20 m gefliest sein können oder zumindest versiegelt sein sollten. Die Zuluft wird über Lochplatten in das Abteil, die Abluft über Schächte mit Ventilatoren durch das Dach ins Freie geführt. Flüssiggasbetriebene Gaskanonen (ca. 20 kW) erzeugen die benötigte Wärme, insbesondere bei der Einstallung der Mastschweine. Entscheidend dabei ist nicht die Lufttemperatur in Kopfhöhe des Landwirtes, sondern die Oberflächentemperatur des Fußbodens, die über 22 °C betragen soll. Bei der Güllelagerung können sich die Landwirte zwischen 75 cm flachen Kanälen mit Außenlagerung oder 1,50 m tiefen Kanälen mit Unterstalllagerung entscheiden. Wegen der geringeren Erschließungskosten haben flache Kanäle Vorteile. Seit einiger Zeit stehen Fertigställe (Modulställe) zur Verfügung, die vorgefertigt zum Bauplatz geliefert werden. Diese Modulställe sind hinsichtlich Gebäudebreite, Kanaltiefe, Raumhöhe und anderer Faktoren variabel. Innerhalb weniger Tage ist ein derartiger Modulstall aufgebaut.

Als „Nebentrend“ werden eingestreute Offen- und Kaltställe gebaut; in letzter Zeit auch mit (teil-) perforierten Fußböden. Der ehemalige Vorteil geringer Baukosten trifft bei neueren Ställen mit Güllekanälen nicht mehr zu. Genehmigungsauflagen, wie festes Mist- und Strohlager und Einzäunungen, erhöhten die Baukosten auf ein fast gleiches Niveau wie beim Warmstall. Die Kosten für beide Stall-Typen (Warmstall bzw. Kaltstall) liegen zurzeit zwischen 350 und 430 Euro/Mastschweinplatz.

Autor: Prof. Dr. Steffen Hoy, Gießen


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Aktualisiert am: 04.07.2005 19:38
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