Trend zum Absamen am eigenen Hof

Es gibt mehrere Gründe zum Absamen im eigenen Betrieb. Den Kostenvorteilen steht aber ein erhöhter Aufwand für Hygiene gegenüber.
Die Hygiene ist bei der Eigenabsamung besonders wichtig, weil der Samen nur dann höchste Qualität aufweist.
Die Hygiene ist bei der Eigenabsamung besonders wichtig, weil der Samen nur dann höchste Qualität aufweist.
Angefangen von genauen Spermakontrollen durch das eigene Mikroskop (wer kontrolliert schon Zukaufsperma auf die Beweglichkeit der Spermien?) gehen die Vorteile bis hin zu einheitlichen Ferkelpartien, berichten Praktiker. Hier liegt eines der größten Potenziale der Eigenbesamung, zugleich aber auch ein großes Risiko. Durch den Einsatz von nur einem oder maximal zwei Ebern (bei sehr großen Betrieben können es mehr sein) sind die produzierten Ferkel von einheitlicher Genetik, sowohl was den Wuchs anbelangt, als auch bezüglich Faktoren wie Tageszunahmen oder Futterverwertung. Der ganze Betrieb kann viel genauer auf die einheitliche Genetik abgestimmt werden. Die Auswirkungen auf die gesamte Produktion können erheblich sein, bis hin zu weniger Stallplatzaufwand, weil die Ferkel gleichmäßig und nicht mit einigen Wochen Altersunterschied den Betrieb verlassen.

Die Eigenbesamung ist kein Mittel für jeden. Große Genauigkeit, Engagement und Sorgfalt (vor allem bei der Eberauswahl) sind Grundvoraussetzung. Angepasste Fütterung, ein Eber für die Eigenbesamung braucht Spezialfutter, und Haltung sind weitere Grundlagen, um in der Eigenbesamung erfolgreich zu sein.
Wer diesen Schritt jedoch konsequent geht, kann nicht nur ca. 1300,- Euro bei einem 70 Sauen Betrieb einsparen, sondern hat einheitliche Ferkelpartien mit selbst bestimmter Genetik zur Verfügung.

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Aktualisiert am: 29.09.2004 11:53
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