Traktorstatistik: 1 Sieger, 3 Gewinner, 5 Marktführer

Die Zulassungsstatistik für Neutraktoren der Statistik Austria weist für das Jahr 2009 ein Minus von 1,5 % aus. Steyr ist wie im Jahr davor wieder Sieger und die klare Nummer 1 am österreichischen Traktormarkt. Lindner, Fendt und Same konnten bei leichtem Rückgang des Gesamtmarktes ihre Stückzahlen und Marktanteile steigern und sind die Gewinner der Statistik des Jahres 2009.
Steyr ist weiter die Nummer 1 am österreichischen Traktormarkt.
Steyr ist weiter die Nummer 1 am österreichischen Traktormarkt.
Insgesamt wurden in Österreich laut Statistik Austria im Jahr 2009 um 107 neue Traktoren weniger zugelassen als im Jahr 2008. Das bedeutet einen minimalen Markteinbruch von 1,5 %. Dieser wurde vor allem durch den 25 %igen Anstieg beim Verkauf von Obst- und Weinbautraktoren gebremst. Der Rückgang bei den Standardtraktoren beträgt 2,1 %.
In Summe betrachtet ist der Gesamttraktormarkt von 7.061 Einheiten auf 6.954 Einheiten geschrumpft. Nicht inkludiert in diese Zahlen sind Spezialtraktoren, Zweiachsmäher, Transporter etc.
Nach Einschätzung vieler Experten dürfte mit diesem Rückgang, der vor allem im letzten Quartal des Vorjahres die gesamte Branche erfasst hat, der Gipfel überwunden sein. Die meisten Branchenkenner rechnen für das laufende Jahr mit einem Rückgang von 5 – 10 %. Trotz allem ist das Marktvolumen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in Österreich sehr hoch.

5 Marktführer
Statistiken lassen gewöhnlich einen großen Interpretationsspielraum zu. Nicht um sonst heißt es: „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“ Die Bedeutung der Traktor-Zulassungsstatistik wird zwar von manchen Herstellern, Importeuren und Händlern heruntergespielt, doch versuchen gerade oft diese mit aller Kraft in den Veröffentlichungen gut dazustehen. Im Kampf um dieses scheinbar doch wichtige Ranking, werden dann bei Veröffentlichungen der jeweiligen Werbeabteilung an Stelle des Gesamtmarktes oft nur Teilmärkte herangezogen.
Auch wir haben uns mit Teilbereichen der Statistik „gespielt“ und konnten so je nach PS-Filter fünf verschiedene Marktführer ermitteln (siehe Tabelle 4). Je nach dem welche Traktorserie einer bestimmten Marke durch die Einschränkung der PS-Klasse nach unten aus der Statistik rausfällt, kommt man zu neuen Marktführern. Sehr deutlich lässt sich das am Beispiel des Gesamtmarktführers Steyr und des Viertplatzierten John Deeres zeigen. John Deere scheint in der Statistik ab 78 PS als Marktführer auf. Von 81 PS bis 101 PS wendet sich das Blatt wieder zu Gunsten von Steyr, ab 102 PS tritt wieder John Deere an die erste Stelle, und wird schon wieder bei 105 PS durch Fendt vom ersten Stockerlplatz verdrängt. Zwischen 206 und 218 PS wird Fendt von New Holland entmachtet. Über 360 PS – das ist das Ende des derzeitigen Fendt-Programmes – tritt Massey Ferguson quasi als fünfter Marktführer an die erste Stelle.
Bei all diesen Spielereien darf man eines nicht vergessen. Über 60 % der in Österreich zugelassenen Traktoren sind unter 100 PS. Weitere 30 % der Traktoren werden zwischen 100 und 150 PS verkauft. Das PS-Segment über 150 PS nimmt zwar stark zu, nimmt aber trotzdem nur 10 % des Gesamtmarktes ein. Um in Österreich einen Stockerlplatz bei der Hitliste der Traktoren erreichen zu können, muss man unter 100 PS ein für die alpine Landwirtschaft passendes Produktprogramm haben.

Selbstfahrende Erntetechnik
Der Mähdreschermarkt ist im Jahr 2009 mit einem Plus von 42 Stück fast um dasselbe Niveau gewachsen, wie in 2008. In Österreich wurden 196 Mähdrescher zugelassen. Dieser Markt ist in den letzten zwei Jahren um 77 % gestiegen. Die unangefochtene Nummer 1 in diesem Bereich ist nach wie vor Claas, wenn gleich sich auch die Marktanteile im abgelaufenen Jahr zu Gunsten von John Deere und Case IH leicht verschoben. Während Claas bei den Traktoren den Abwärtstrend immer noch nicht stoppen konnte, betragen die Marktanteile bei den Mähdreschern noch immer stolze 58,7 %.
Bei den Feldhäckslern ist der Hauptkonkurrent von Claas wie schon in den vergangenen Jahren Krone. Von 21 in Österreich zugelassenen Feldhäckslern entfielen im Vorjahr 10 Maschinen auf die Marke Claas und 8 auf Krone. New Holland hat eine neue Baureihe in den Markt gebracht, und konnte davon 2 Stück absetzen. Auch John Deere hat in 2009 wieder eine Maschine an den Mann gebracht.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 20.01.2010 16:42
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