Traktormarkt 2007 in Westeuropa – dichtes Wettbewerbsfeld!

In 2007 hat sich der europäische Traktormarkt auf hohem Niveau gehalten. Mit 168.016 Zulassungen im Vergleich zu 164.478 Stück in 2006 verzeichnen wir einen Marktanstieg in Höhe von 2,2 % gegenüber dem Vorjahr.
Nationale Marken wie zB Steyr und Lindner in Österreich prägen die Statistiken der einzelnen Länder.
Nationale Marken wie zB Steyr und Lindner in Österreich prägen die Statistiken der einzelnen Länder.
Das liegt deutlich über den mittelfristigen Prognosen zu Beginn dieses Jahrzehnts und über den Erwartungen der meisten Marktteilnehmer. Zusätzlich ist auch insgesamt über alle Märkte verteilt, ein deutlicher Trend hin zu stärkeren PS-Klassen zu verzeichnen, sodass die Umsatzgröße des Traktormarktes gemessen in Geldwert, im Vergleich zum Absatz gemessen in Stückzahlen, eine noch stärkere Steigerung verzeichnen dürfte. Gestützt wird diese Entwicklung im Wesentlichen durch drei parallel verlaufende Trends: Im Vordergrund steht die bekannte Verbesserung der landwirtschaftlichen Einkommenssituation. Zweitens fördert die relative Planungssicherheit aufgrund der mittelfristigen EU-Agrarpolitik die Umsetzung der seitens der Landwirte und Lohnunternehmen geplanten Investitionen. An dieser relativen Planungssicherheit dürfte auch der so genannte „Health-Check“ der EU-Kommission in 2008 wenig ändern. Und drittens stimuliert die fortlaufende Umstrukturierung der zukunftsgerichteten landwirtschaftlichen Betriebe den Einsatz moderner und leistungsstarker Technik und den Ersatz überalterter Technik.

Unterschiedliche Marktentwicklung
Selbstverständlich verläuft die Marktentwicklung in den 18 westeuropäischen Ländern, von denen 15 der EU angehören (alle außer der Schweiz, Norwegen und Island) nicht überall konform: Beispielsweise unter den fünf großen Absatzländern – die zusammen etwa zwei Drittel des westeuropäischen Gesamtmarktes einnehmen – hatten in 2007 Frankreich, Spanien und Großbritannien starken Marktzuwachs in unterschiedlicher Höhe, während Italien einen starken Rückgang zu verzeichnen hatte und der deutsche Markt – jedoch auf hohem Niveau – um 1,9 % rückläufig war.
Neu an der Traktormarktsituation in 2007 ist, dass sich gleichzeitig die Exportmärkte außerhalb Europas, und darunter vor allem die osteuropäischen Märkte, stark aufwärts entwickeln, und dass infolge dessen immer wieder Lieferengpässe seitens der Traktorhersteller entstehen. Das setzt sich auch in 2008 fort. John Deere und Fendt beispielsweise erhöhen ihre Traktorproduktion in Deutschland für 2008 nochmals um jeweils 10 %, wobei bereits die gesamt Jahresproduktion durch den Auftragsvorlauf und die Planung des Handels in Deutschland und seitens Exportmärkte abgedeckt ist. Diese Situation zwingt die Importeure, den Handel und die Endabnehmer zur Optimierung der Vorausplanung und rechtzeitiger Bestellung. Landtechnik heute ist ein hochpreisiges Investitionsgut, das im Normalfall nicht mehr auf Zuruf und ab Lager verfügbar ist.

Ausblick
Ein Blick allein auf die Marktstatistik genügt nicht. Um die Position der eigenen Vorzugsmarke im Markt der Zukunft zu beurteilen, sollte man – als Hersteller, als Importeur, als regionaler Händler, als Lohnunternehmer oder als Landwirt - die zugrunde liegenden Unternehmenstrends und die technische Entwicklung im vorab einschätzen können. Die starke Marktentwicklung belebt den ohnehin sehe vielfältigen Wettbewerb in Europa. Es bleibt keine Atempause um sich zurück zu lehnen oder sich gar auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Der nächste Angreifer sitzt schon in den Startlöchern!

Die Traktorzulassungsstatistiken von 20 Ländern Europas sowie die Statistik von Brasilien können Sie von unserer Homepage www.landwirt.com im Downloadcenter herunterladen.

Autor: DI Wolfgang KUTSCHENREITER, Gailingen/Hochrhein (D)


Aktualisiert am: 27.05.2008 10:15
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