Tränken für Rinder: auch Mutterkühe wollen saufen

Nur eine genügende und artgerechte Wasserversorgung sichert die Leistungen von Mutterkühen. Was das konkret heißt, verrät Andreas Hager von der LK Oberösterreich
Eine gute Tränkestelle bietet stets sauberes frisches Wasser und erlaubt es mehreren Rinder gleichzeitig zu trinken.
Eine gute Tränkestelle bietet stets sauberes frisches Wasser und erlaubt es mehreren Rinder gleichzeitig zu trinken.
Der Wasserbedarf von Rindern ist abhängig vom Gewicht, den zur Verfügung stehenden Futtermitteln, der geforderten Leistung sowie von der Umgebungstemperatur und dem Alter der Tiere. Rinder sollen von klein auf uneingeschränkt Zugang zu sauberem Frischwasser haben. Ein Wassermangel verursacht bei den Tieren Stress. Die Tränkestellen sollen sowohl im Stall als auch auf der Weide gut erreichbar, verteilt und ausreichend groß dimensioniert sein.

Wassertemperatur beachten

Rinder sind Saugtrinker, daher ermöglicht ihnen eine große Wasseroberfläche eine artgerechte Wasseraufnahme. Über die Geschmacksprüfung bestimmt dass Rind die Wasserqualität. Rinder bevorzugen sauberes, geschmacksfreies und nicht zu kaltes Wasser. Normales Leitungswasser mit (ca. 5–15 °C) reicht den Tieren vollkommen aus. Sie stellen ihr Wasseraufnahmeverhalten auf angewärmtes oder kaltes Wasser ein.

Großer Bedarf



Die Gesamtwasseraufnahme liegt bei Mutterkühen im Durchschnitt bei 50 l Wasser pro Tag, das Maximum kann auch bei 100–150 l liegen. Bei Kalbinnen mit 1,5 Jahren werden ca. 30 l angegeben, der Spitzenwert hier beträgt 70 l. Rinder saufen über 5 Minuten/Tag, wobei diese Zeit auf mehrere Etappen über den Tag verteilt wird. Rinder können 10-25 l Wasser/Minute aufnehmen, daher soll auch die Wasserverfügbarkeit (zB: bei Ventiltränken) auf diese Kapazität abgestimmt sein. Die Wasserspiegelhöhe bei Tränkern in Stallgebäuden soll nicht höher als 80 cm sein. Im Kälberschlupf kann ein eigener Tränker angeboten werden, der allerdings niedriger montiert werden soll.
Weitere Tipps und Infos, speziell auch für die Versorgung auf der Weide finden Sie in diesem Beitrag im "Fortschrittlichen Landwirt" Ausgabe 12 vom 16. Juni 2012.


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Aktualisiert am: 04.06.2012 18:17
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