Tränken: Dass auch im Winter Wasser fließe

Kühe müssen jederzeit freien Zugang zu Wasser haben. Damit die Versorgung auch im Winter nicht gefährdet ist, sind die Tränken in Kaltställen frostsicher auszuführen.
Die Industrie bietet frostsichere Tränken in verschiedenen Bauarten an.
Die Industrie bietet frostsichere Tränken in verschiedenen Bauarten an.
Viele Landwirte, die Rinder in Kaltställen halten, kennen das leidige Problem: Nach einer kalten Nacht sind die Tränken zugefroren. Die Rinder müssen mühsam mit einem Schlauch getränkt werden bis die Temperaturen wieder steigen und die Leitungen auftauen oder man mit viel heißem Wasser und Zeit den Wasserfluss wieder in Schwung gebracht hat. Nicht selten ist zwar die Tränkewanne elektrisch geheizt, aber die Zuleitung aus dem Boden nicht. Dann kann diese einfrieren und die Wasserversorgung lahm legen.

Günstigstes Futtermittel
Wasser ist das kostengünstigste Futtermittel. Es muss den Rindern jederzeit in bester Qualität zur Verfügung stehen. Trockenstehende Kühe brauchen bei 5 ºC 37 l pro Tag und bei 28 ºC 65 l. Eine Kuh mit einer Milchleistung von 45 l benötigt bei kühleren Temperaturen täglich 120 l und bei 28 ºC gar 170 l pro Tag. Damit die Kühe diese Mengen auch aufnehmen können, müssen die Leitungen genügend dimensioniert sein und ausreichend Tränken im Stall eingebaut werden. Bei bis zu 50 Tieren soll die Nennweite für Wasserleitungen 1 Zoll betragen. Bei über 50 Tieren oder bei niedrigem Wasserdruck rechnet man mit 1 ½ Zoll. Milchkühe nehmen pro Minute rund 20 Liter Wasser auf. Moderne Tränken liefern 20 Liter und mehr pro Minute und entsprechen den Anforderungen der Milchkuh.

Worauf ist zu achten?
Heizbare Tränken
- Die Wasserleitung zur Tränke muss frostsicher verlegt werden. Dazu muss die Leitung im Erdreich verlegt oder gut isoliert werden. Die elektrische Zuleitung muss im für die Tiere erreichbaren Bereich vor Verbeißen geschützt sein.
- Günstig ist, wenn die Heizung der Tränke über einen Thermostat ein- und ausgeschaltet wird. Dadurch wird die Heizung nur bei Bedarf eingeschaltet und der Energieverbrauch verringert.
- Der Thermostat schaltet die Heizung bei höheren Temperaturen aus. Der Trafo bleibt in der Regel aber am Netz. Die Leistungsaufnahme eines Trafos beträgt etwa 5 bis 10 Watt. Das entspricht etwa 5 bis 10 Watt bzw. einem jährlichen Energieverbrauch von 5 bis 8 Euro. Deshalb hat sich der Einbau eines Wipp-Schalters mit Glimmlampe bewährt. Damit lässt sich die Heizung in der frostfreien Jahreszeit ganz ausschalten.
Frostfreie Tränken
- Trogtränken mit Verschluss (z.B. Ball) sollten erst ab einer Mindesttierzahl von etwa 10 Tieren eingesetzt werden. Dann ist die Frostsicherheit durch ständigen Wasseraustausch gewährleistet.
- Wenn Trogtränken als Kipptränken ausgeführt sind, lassen sie sich sehr rasch reinigen. Das Wasser muss allerdings schnell abfließen können, da sich ansonsten bei Frost Eis am Boden bildet.

Autorin: DI Stephanie GROSSPÖTZL, Sigharting


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Aktualisiert am: 23.11.2009 16:01
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