Trächtigkeitsuntersuchung beim Schwein

In der modernen Schweineproduktion ist die Trächtigkeitsdiagnose ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Fruchtbarkeitsmanagements. Dazu bieten sich verschiedene Möglichkeiten an.
Die Trächtigkeitsuntersuchung ist wesentlich, damit unnötige Leertage vermieden werden können.
Die Trächtigkeitsuntersuchung ist wesentlich, damit unnötige Leertage vermieden werden können.
Ziel der Trächtigkeitsdiagnose ist das frühzeitige Erkennen nicht trächtiger Sauen und ein Minimieren unproduktiver Leertage, die mit derzeit ca. drei Euro pro Leertag kalkuliert werden können. Für die Trächtigkeitsdiagnose beim Schwein stehen verschiedenste Methoden zur Verfügung.

Dopplermethode
Die Dopplermethode beruht auf einem physikalischen Effekt, der sich in einer Frequenzänderung äußert, wenn von sich bewegenden Medien Wellen ausgestrahlt oder reflektiert werden. Dadurch ist eine Feststellung der Föten oder des fötalen Kreislaufes durch Höroder Sichtbarmachen der von den Früchten reflektierten Wellen mittels spezieller Geräte möglich. Die Dopplermethode kann ab dem 25. bis 30. Trächtigkeitstag mit einer ca. 90%igen Sicherheit Anwendung finden.

Echographie
Schall bzw. Schallwellen werden von Grenzflächen unterschiedlicher Dichte reflektiert. Die mit Fruchtwasser gefüllte Gebärmutter stellt eine solche reflektierende Grenzfläche dar. Der Schallkopf dient gleichzeitig als Empfänger, der die reflektierten Ultraschallwellen an das Gerät weiterleitet, wo ein entsprechender Signalton erzeugt wird. Bei der Echographie können die gefüllte Harnblase, Gebärmutterentzündungen oder Eierstockzysten zu Fehldiagnosen führen. Die Echographie wird in Betrieben zwischen dem 30. und 90. Trächtigkeitstag mit einer ca. 90%igen Sicherheit durchgeführt.

Real Time-Sonographie
Mit der so genannten B-Mode-Ultraschalltechnik („Brightness-Mode“) wurde in den 1980er-Jahren ein bildgebendes Ultraschall-Verfahren für die Trächtigkeitsdiagnose bei Haustieren eingeführt. Die Ultraschallwellen dringen in den Körper ein und verlaufen abhängig von der Dichte des zu durchdringenden Mediums unterschiedlich schnell. Je dichter das Medium, desto schneller breiten sich die Schallwellen aus, am schnellsten natürlich im Knochen. Nach der Reflexion gelangen die Schallwellen zum Schallkopf zurück. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der reflektierten Schallwellen rufen ein elektrisches Potenzial hervor. Diese Spannungsänderungen werden in Form von Ultraschallbildern ausgedruckt, je höher die Spannung, desto heller wird das Bild. Die Real Time-Sonographie wird ab dem 22./23. Trächtigkeitstag durchgeführt. Die Sicherheit dieser Methode der Trächtigkeitsuntersuchung liegt bei einem geübten Untersuchungsorgan bei über 98 %.

Autor: Dr. Alfred GRIESSLER, Traunkreis Vet Clinic, Ried im Traunkreis




Aktualisiert am: 25.02.2012 10:29
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