Tiroler Tiergesundheitstag 2009

Der Tiroler Tiergesundheitstag am 6. März in Hopfgarten, organisiert vom Tiroler Tiergesundheitsdienst und dem LFI Tirol, war ein voller Erfolg. Rund 380 Interessierte folgten den Vorträgen zum Thema „Eutergesundheit in Milchviehbetrieben“.
Rund 380 Besucher interessierten sich für die Vorträge zur Eutergesundheit in Milchviehbetrieben
Rund 380 Besucher interessierten sich für die Vorträge zur Eutergesundheit in Milchviehbetrieben
Eröffnet wurde der 2.Tiroler Tiergesundheitstag von Ing. Josef Hechenberger, dem Präsident der LK Tirol und moderiert von Dr. Christian Mader, dem GF des Tiroler Tiergesundheitsdienstes, der zusammen mit DI Johann Thurner vom LFI Tirol diese sehr gelungene Veranstaltung auch organisiert hat.

Hochkarätige Referenten
Den Auftakt machte Prof. Dr. Volker Krömker, Fachtierarzt für Milchhygiene und Leiter der Abt. Bioverfahrenstechnik an der UNI in Hannover. Er referierte zum Thema „Hohe Zellzahlen als Bestandsproblem- welche Faktoren spielen eine Rolle?“
Die zwei wichtigsten Faktoren für Neuinfektionen sind laut Dr. Krömker mangelnde Hygiene beim Melken (v.a. verschmutzte Hände, keine Verwendung von Handschuhen) und eine nicht optimale Fütterung (v.a. nach Laktationsstadien, rund um die Geburt).
In seinem zweiten Vortrag ging es um „therapeutische Maßnahmen bei Euterentzündungen“. Dabei hob er hervor, dass Staph. Aureus- Mastitiden am besten in der Trockenstehzeit und den ersten 30 Tagen nach der Geburt behandelt werden sollten. Die Heilungsrate ist in dieser Zeit um rund 20% höher als in der Laktation.
Es folgten zwei Impulsreferate aus der Praxis, von einem Landwirt, der Probleme mit erhöhten Zellzahlen im Bestand hatte, und Dr. Christian Mader über Mycoplasmen- Mastitiden.
Dr. Katrin Mahlkow- Nerge, die mit ihrem Mann einen 200 Kühe- Betrieb bewirtschaftet und Fütterungsberaterin der LK Schleswig Holstein ist, hielt einen sehr ambitionierten Vortrag über die „Einflüsse der Milchkuhfütterung auf die Eutergesundheit“. Für sie stellt die so genannte Transitfütterung in der Zeit ums Trockenstellen und rund um die Geburt den wichtigsten Faktor in der Beziehung zwischen Fütterung und Eutergesundheit dar.

Am Nachmittag sprach Ing. Josef Hartl, Mitarbeiter des Lebensmitteltechnologischen Zentrums in Wieselburg, über den „Einfluss der Melktechnik auf die Eutergesundheit und Fehlerquellen beim Melken“. Er wies auf die sehr wichtige richtige Einstellung der Melkanlage hin, wobei laut ihm eine korrekt dimensionierte, tief verlegte Ringleitung immer noch die optimalere Variante, im Gegensatz zur Stichleitung, darstellt.
Den Abschluss bildete der Vortrag von Dr. Johann Gasteiner, Institut für artgemäße Tierhaltung und Tiergesundheit am LFZ Raumberg- Gumpenstein, zum Thema „chronische Pansenacidose, ein Wegbereiter für Euterentzündungen“. Er stellte die Möglichkeiten zur Messung des pH-Wertes im Pansen vor, da es keine Möglichkeit gibt die Azidose im Harn oder Blut zu Erkennen.

Die hochkarätigen Referenten aus dem In- und Ausland sowie die sehr aktuellen Themen, die sicher jeden Landwirt schon betroffen haben, machten den Tiroler Tiergesundheitstag zu einer äußerst gelungenen Veranstaltung, die sicherlich auch beim nächsten Mal wieder regen Zuspruch finden wird.


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Aktualisiert am: 09.03.2009 10:22
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