Tirol: LK vergibt Tierschutzpreis an Mutterkuh-Halter

Die Landwirtschaftskammer (LK) Tirol hat 2010 wieder einen Preis ausgeschrieben, der die Leistungen der Betriebe in tierschutzrechtlichen Belangen in den Vordergrund rücken soll. Heuer lag der Schwerpunkt bei den Mutterkuhhaltern.
Die Mutterkuhhaltung in Tirol passiert tierschutzgerecht. Die besten Betriebe wurden jetzt ausgezeichnet.
Die Mutterkuhhaltung in Tirol passiert tierschutzgerecht. Die besten Betriebe wurden jetzt ausgezeichnet.
Etwa 50 Landwirte haben sich der strengen Jury aus dem Tierschutzombudsmann, der Geschäftsführerin des Tierschutzhauses und einem Vertreter der Biokontrolle gestellt, die alle Betriebe einem fachlichen Lokalaugenschein unterzogen und schließlich acht Bezirks- und zwei Landessieger gekürt hat

"Tierschutz hat in der Tiroler Landwirtschaft nicht nur einen hohen Stellenwert, die Bauern profitieren davon durch die höhere Wirtschaftlichkeit im Stall und die Konsumenten von den sicheren und sauber produzierten Lebensmitteln. Mit unserem Preis zeichnen wir jene Betriebe aus, die im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben produzieren und so Vorbildwirkung für andere haben. Wir wollen keine "Schein-Landwirtschaft ", sondern ehrliche Praxis ", erklärte LK-Präsident Josef Hechenberger. "Die Mutterkuhhaltung ist dabei die ursprünglichste Form, mit der auch im Berggebiet Qualitätsfleisch erzeugt werden kann. In Tirol hat diese extensive Form der Mutterkuhhaltung bereits stark an Bedeutung gewonnen ", ergänzte LK-Tierzuchtdirektor Rudolf Hußl.

Tierschutz und Landwirtschaft sind Partner

"Die LK zeigt, dass der Tierschutz auch bei den landwirtschaftlichen Nutztieren einen hohen Stellenwert hat. Mit diesem Preis fällt das Licht positiv auf jene Betriebe, die sich nicht auf die Mindeststandards konzentrieren, sondern wo die Identifikation mit dem Tierschutzgedanken zur gelebten Praxis gehört, wovon sich die Jury vor Ort überzeugen konnte ", ist auch Ombudsmann Martin Janovsky erfreut über die Initiative.

Landessieger aus Zams und Höfen

In der Kategorie "Neubau " überzeugte Andreas Summerauer aus Zams die Jury vor allem durch die ursprüngliche Form der Haltung und Fütterung der Rinder, als auch durch die im Gesamten hervorragende Tiergesundheit, was ihm den Landessieg brachte. Nach der Errichtung eines modernen Stallgebäudes 2005 erfolgte die Umstellung auf biologische Mutterkuhhaltung mit den Rassen Tuxer und Braunvieh. Der Bestand des im Nebenerwerb geführten Familienbetriebes umfasst heute sieben Mutterkühe mit Nachzucht. Die Vermarktung von hochwertigem Qualitätsfleisch erfolgt sowohl ab Hof als auch über das Markenprogramm "Tiroler Jahrling ".

Den zweiten Landessieg, in der Kategorie "Stallumbau ", holten sich Silvia und Thomas Kappeler aus Höfen. Auf ihrem Biobetrieb werden elf Mutterkühe der Rasse Fleckvieh und ein Stier der Fleischrasse Limousin gehalten. Der ehemalige Milchviehstall mit Anbindehaltung wurde 2007 für die Mutterkuhhaltung zum Liegeboxenlaufstall mit einer ganzjährig nutzbaren Auslaufmöglichkeit umgebaut. Damit gibt es ausgezeichnete Bedingungen für eine besonders ursprüngliche Haltung und natürliche Fütterung mit Heu und Gras. Auch Familie Kappeler vermarktet ihre Produkte vorwiegend über den "Tiroler Jahrling ".


Aktualisiert am: 30.04.2010 21:43
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