Tirol – der Landwirt als Energiewirt

Im Sinne von Nachhaltigkeit und dem sorgsamen Umgang mit Ressourcen, ist es gemeinsames Ziel von LK-Tirol und der Zukunftsstiftung, alternative Energieformen marktfähig zu machen. Vor allem im landwirtschaftlichen Bereich liegen viele Ressourcen brach. Daher wurde die Offensive „der Landwirt als Energiewirt“ gestartet.
Ing. Josef Hechenberger (LK-Präsident) und Dr. Harald Gohm (GF Tiroler Zukunftsstiftung) schließen Bündnis in Richtung energieeffiziente Zukunft. (Foto: Darmann)
Ing. Josef Hechenberger (LK-Präsident) und Dr. Harald Gohm (GF Tiroler Zukunftsstiftung) schließen Bündnis in Richtung energieeffiziente Zukunft. (Foto: Darmann)
Photovoltaik, Solarenergie sowie der Betrieb von Kleinkraftwerken könnte zusätzliche Einkommensstandbeine für heimische Bauern sein, aber auch die Optimierung von Strom- und Heizkosten auf den Höfen hat Priorität. Der Landwirt als Energiewirt – unter diesem Motto wurde eine neue Offensive gestartet.

Hechenberger: Energie effizient und kreativ nutzen
„Wir setzen den Startschuss für die bäuerliche Energieoffensive. Unsere Höfe müssen einerseits effizienter werden, vor allem was den Strom- und Wärmebereich angeht, beispielsweise durch Wärmerückgewinnung. Andererseits soll Energiegewinnung aus alternativen Energieformen zu einer neuen Einkommensquelle für die Bäuerinnen und Bauern werden“, skizziert LK-Präsident Josef Hechenberger das Ziel des heutigen Energietages. „Bei der Biomasse sind wir sehr gut im Rennen, bei der Nutzung von Alternativenergie haben wir im EU-Vergleich dringenden Aufholbedarf“, so der LK-Präsident und weiter: „Bei der Energieversorgung müssen wir in Generationen denken. Nachhaltigkeit ist für die Tiroler Bäuerinnen und Bauern immer schon Lebens- und Wirtschaftsprinzip gewesen, so sollte es auch bei der Energie der Zukunft aussehen. Photovoltaik, Kleinwasserkraftwerke und Solarenergie bieten Potential, das es auszuschöpfen gilt. Gemeinsam mit Experten aus ganz Österreich werden wir heute die Handlungsmöglichkeiten beleuchten. Im nächsten Schritt wird der Ausschuss „Erneuerbare Energien“ daran arbeiten, ein maßgeschneidertes Beratungspaket für unsere Mitglieder zu schnüren - unsere Landwirte sollen zu Energiewirten werden.“

Energiemanagement als Schlüssel zum Erfolg
Der Großteil der rund 15.000 Höfe mit ihren Dachflächen bietet beste Voraussetzungen für die Nutzung von Photovoltaik. Der gewonnene Strom könnte einerseits den Eigenverbrauch abdecken, andererseits in das Stromnetz eingespeist werden. In den letzten Jahren ist Energie zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden. Es gilt in allen Bereichen, von der Industrie bis zur Landwirtschaft, die Energiekosten entsprechend zu minimieren. Energiemanagement ist hier das Schlüsselwort. Dies beginnt bei der entsprechenden Wärmedämmung der Gebäude und geht bis zum Einsatz von erneuerbaren Energien in Produktionsprozessen. „Wenn man bedenkt, dass eine größere Melkanlage in etwa den Jahresstromverbrauch eines Einfamilienhauses hat, kann man die Einsparungspotenziale im landwirtschaftlichen Bereich erahnen. Zudem kann der Einsatz von erneuerbaren Energien die Energiekosten erheblich senken“, so der Geschäftsführer der Tiroler Zukunftsstiftung, Dr. Harald Gohm. Mit dem Cluster „Erneuerbare Energien“ Tirol vernetzt die Tiroler Zukunftsstiftung 63 Unternehmen und Institutionen in Tirol. In der Tiroler Landwirtschaft sind noch unzählige Potenziale unausgeschöpft. Es gilt die im Land vorhandenen Ressourcen zu nutzen, um das Beste für den Wirtschaft- und Landwirtschaftsstandort zu erreichen.

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Aktualisiert am: 03.02.2010 10:12
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