Tipps zur richtigen Schweine Besamung

Nach dem Absetzen sollen alle Sauen der Gruppe möglichst gleichmäßig in Rausche kommen. Zudem hat die Wahl des richtigen Besamungszeitpunkts einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg der Besamung.
Die Besamung ist der wichtigste Faktor für hohe Ferkelzahlen.
Die Besamung ist der wichtigste Faktor für hohe Ferkelzahlen.
Nach dem Absetzen der Zuchtsau beginnt der Sexualzyklus und es bilden sich innerhalb von fünf bis sieben Tagen sprungreife Follikel, die bei der Sau ein entsprechendes Brunstverhalten auslösen. Durch Anwendung von äußeren Reizen, wie dem Eberkontakt, dem Lichtprogramm sowie einer Flushing-Fütterung, kann die Stimulation unterstützt werden, und die Absetzgruppe sowie die einzugliedernden Jungsauen kommen homogen in Rausche.

Flushing-Fütterung
Unter der Flushing-Fütterung versteht man eine Verringerung der Futtermenge am Absetztag, was bei der Sau ein kurzfristiges Hungergefühl auslösen soll. Ab dem Folgetag sollen die Absetzsauen ein besonders energiereiches Futter ad libitum fressen können. Viele Betriebe verwenden dazu das Säugefutter. Um den Sauen in dieser Phase ein noch stärkereicheres Futter anbieten zu können, wäre es optimal, den halben Sojaanteil im Säugefutter durch Wintergerste zu ersetzen. Dadurch erhält man ein sehr stärkereiches und eiweißarmes Futter, das ideal für die Ansprüche der Sauen in dieser Phase geeignet ist. Sobald die Sauen erste Rauschesymptome zeigen, reduzieren sie die Futteraufnahmen und es kann nach der Besamung auf Trächtigkeitsfutter umgestellt werden.

Brunstverhalten
Zeichen der eintretenden Rausche sind die Rötung und Schwellung der Scham. Gegen Ende der Vorbrunst erwidern die Sauen oft den Flankendruck, zeigen aber noch keinen Duldungsreflex. Die Vorbrunst tritt üblicherweise am 3./4. Tag nach dem Absetzen ein und dauert 1 bis 2 Tage. Der Eisprung tritt etwa im zweiten Drittel der Hauptbrunst ein. Eine Intensivierung der äußeren Brunstsymptome ist zu erkennen. Zusätzlich tritt zu Beginn der Hauptbrunst der Duldungsreflex ein. Häufig ist ein typisches „Ohrenspitzen“ zu erkennen. Die Hauptbrunst dauert etwa 36 bis 45 Stunden. Die Befruchtung hat während dieser Brunstphase zu erfolgen.

Befruchtungzeitpunkt
Um den optimalen Besamungszeitpunkt ergründen zu können, ist die Kenntnis zweier Faktoren notwendig:

  • Beginn des Eisprungs und Dauer der Befruchtungsfähigkeit der Eizellen
  • Geschwindigkeit des Samenzelltransports und Dauer der Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen


Der Eisprung passiert etwa 30 bis 40 Stunden nach Brunstbeginn (Duldungsreflex). Die Eizellen sind nur wenige Stunden nach dem Eisprung befruchtungsfähig. Während dieser Zeit muss die Verschmelzung stattfinden. Die Samenzellen können etwa eine halbe Stunde nach der Besamung in ausreichendem Umfang im Eileiter nachgewiesen werden. Allerdings sind die Samenzellen erst nach einer Nachreifung von vier bis sechs Stunden voll befruchtungsfähig. Samenzellen halten ihre volle Befruchtungsfähigkeit bis etwa 18 bis 24 Stunden nach der Besamung aufrecht.

Autor: Roman Goldberger, Rainbach

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Aktualisiert am: 21.05.2012 14:05
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