Tipps zum Rapsanbau

Saatstärke, Sorte und Saattermin haben bei Raps großen Einfluss auf die Entwicklung im Herbst. Bei der Herbstdüngung spielen Menge und der Zeitpunkt der Verabreichung eine große Rolle.
Damit man optimale Erträge einfahren kann, müssen bereits bei der Aussaat alle Faktoren stimmen.
Damit man optimale Erträge einfahren kann, müssen bereits bei der Aussaat alle Faktoren stimmen.
Die Rapspflanze muss bis zum Eintritt des Winters wenigstens acht, besser zehn bis zwölf Blätter und eine am Wurzelhals wenigstens 10 bis 15 mm dicke Wurzel bilden, um die kalte Jahreszeit heil überstehen und im Frühjahr zügig starten zu können. Bis zur Vegetationsruhe sollte die Rapspflanze zwischen sechs und zehn Seitenäste mit Blütenknospen anlegen, um in Frühjahr ausreichend Schoten anzusetzen.

Saattermin und Saatstärke
Für die Ausbildung von zehn Blättern benötigt die Rapspflanze eine Temperatursumme von 700°C. Damit muss der Raps im Herbst acht bis neun Wochen nach dem Feldaufgang wachsen können. Wenn das Wachstum normal um den 20. November aufhört, muss der Raps um den 10. September auflaufen, also bis zum 3. September gesät sein. Andererseits droht ein zu früh gesäter Raps, der bis zum Winter mehr als zwölf Blätter bildet, zu überwachsen und den Stängel zu hoch zu schieben. Ragt der Spross zu weit aus dem schützenden Blätterdach, ist er hochgradig durch Frost gefährdet. Niemand kann aber vorhersagen, wann im Herbst Schluss mit dem Wachstum ist. Durch die Sortenwahl kann man sowohl das Risiko des Überwachsens als auch das Risiko einer schwachen Vorwinterentwicklung abfedern. Die einzelne Rapspflanze benötigt zwischen 12 bis 15 cm Abstand zur nächsten Nachbarpflanze, das sind sechs bis acht Pflanzen je laufenden Meter Drillreihe. Stehen die Pflanzen enger, bilden sie eine schwächere Wurzel, einen dünneren Stängel und verzweigen schlechter. Hat die Einzelpflanze zu viel Platz, nimmt der Entwicklungsunterschied zwischen den Schoten am Haupttrieb und an den unteren Verzweigungen stark zu. Das hat die Folge, dass die Körner am Haupttrieb bereits reif, die Schoten an den unteren Seitentrieben aber noch grün sind.

Wann und wie viel düngen?
Der Raps nimmt im Herbst je nach Entwicklung zwischen 40 und weit über 100 kg/ha Stickstoff auf. Der Strohabbau bindet zwischen 30 und 50 kg/ha N, insgesamt werden daher zwischen 70 und 150 kg/ha N benötigt. Je nach Boden und langjähriger Intensität der organischen Düngung können zwischen 30 und 70 kg/ha N veranschlagt werden, die aus dem Boden kommen. Trotzdem reicht der Stickstoff aus dem Boden nicht aus, um den Bedarf eines weit entwickelten Rapses zu decken, insbesondere wenn das Stroh eingearbeitet wird. Spät gesäter Raps, der vor dem Winter höchstens acht Blätter pro Pflanze bilden kann, benötigt für eine zügige Blattbildung den Stickstoff vor der Aussaat bzw. spätestens bis zum Auflaufen. Kann sich Raps vor Winter (zu) üppig entwickeln, ist es effektiver den Stickstoff erst zu düngen, wenn der Raps erste Anzeichen von Mangel im überdrillten Bereich erkennen lässt bzw. ab dem 8-Blattstadium, wenn die Blütenknospen gebildet werden.

Autor: Dr. Hansgeorg SCHÖNBERGER, N.U. Agrar GmbH, Schackenthal (D)

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Aktualisiert am: 03.08.2011 14:47
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