Tipps zum Mähen von lagernden Wiesen

Viele Grünlandbestände konnten wegen des Regens nicht rechtzeitig gemäht werden. Sie sind nun gekippt. Grünlandberater Wolfgang Angeringer weiß worauf Sie bei der Mahd achten sollten.
Lagernde Wiesen beeinträchtigen die Futterqualität. Foto: Leitner
Lagernde Wiesen beeinträchtigen die Futterqualität. Foto: Leitner
LANDWIRT: Wenn man durchs Land fährt, sieht man, dass bei vielen Bauern das Gras bereits lagert. Worauf ist beim Mähen zu achten und was ist zu tun?

Wolfgang Angeringer: Diese Fragen sind in der Tat momentan sehr dringlich und Handlungen müssen von Fall zu Fall entschieden werden.

Worin liegt die Gefahr von lagernden Wiesen?

Gut gedüngte Wiesen, die lagern, laufen Gefahr zu verpilzen. Sie werden gelb. Wie lange es dauert, bis es soweit kommt, hängt von Feuchte und Temperatur ab. Je wärmer und feuchter umso schneller beginnt die Verpilzung.

Der Zustand soll also nicht anhalten. Das heißt so rasch wie möglich mähen?

Nicht unbedingt. Wenn man mit „Brachialgewalt“ in die Flächen fährt und einen Regenguss hinnimmt, weiß ich nicht was schwerer wiegt: die Futterverschmutzung und die Flurschäden, die bei feuchten Bedingungen unweigerlich auftreten oder der Qualitätsverlust durch die spätere Mahd.

Es geht um eine Abwägung zwischen Siliereigenschaften und Verholzung?

Ich plädiere für Ruhe und sich nicht zu sehr „drängen“ zu lassen. Der Bestand muss beim Mähen abgetrocknet sein! Futterverschmutzungen helfen auch nicht weiter und führen zu Fehlgärungen. Lässt es sich nicht vermeiden, können heuer auch Silierzusätze wie Propionsäure helfen.

Gilt das auch für höhere Lagen?

Das Knaulgras ist in vielen Gebieten, vor allem am Berg über 800 Meter Seehöhe noch nicht in der Blüte. Das heißt, wenn das Futter nicht zu stark lagert, würde ich auf zwei sichere regenfreie Tage warten und zumindest einen Tag abtrocknen lassen.

Worauf ist bei der Ernte zu achten?

Beim Mähen sollte man auf scharfe Werkzeuge achten. Es ist ja auch viel Masse da heuer. Beim Zetten und Schwaden die Einstellung der Geräte genau überprüfen, wenn das Futter nah am Boden liegt, muss man etwas tiefer einstellen.

DI Wolfgang Angeringer ist Berater für Pflanzenbau, Grünland und Biolandbau der
Bezirkskammer für Land- und Forstwirtschaft Murtal.

Aktualisiert am: 24.05.2018 10:00

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