Tipps bei der Auswahl der passenden Eber-Genetik

Das genetische Potenzial der Eber ist hoch. Nur durch bestmögliche Anpaarungen kann dieses Potenzial auch ausgeschöpft werden. Daher sollten beim Sperma- bzw. Eberkauf einige wichtige Kriterien beachtet werden.
Die Auswahl der passenden Genetik ist wesentlich für den Mastleistungserfolg.
Die Auswahl der passenden Genetik ist wesentlich für den Mastleistungserfolg.
Die Magerfleischprozente (MFA) sind neben den täglichen Zunahmen jenes Merkmal, das den meisten Landwirten geläufig ist. Wobei klar festgehalten werden muss, dass eine Steigerung der MFA bei bereits optimaler Ausnutzung der Preismaske keinen Sinn macht. Als Richtwerte für das „optimale Mastschwein“ können tägliche Zunahmen von 800 g in der Mast, ein MFA von größer als 60,5 % und ein Schlachtgewicht von 93 bis 94 kg angegeben werden. Höhere Zunahmen bedeuten eine kürzere Mastdauer und können natürlich geringere Magerfleischprozente kompensieren, allerdings nur bis zu einer gewissen Grenze.

Erwartungen an einen Eber
Die erste und wichtigste Überlegung sollte sein: „Was erwarte ich mir von einem Eber?“ Hier heißt es oft: „Möglichst viele Magerfleischprozente und möglichst hohe Zunahmen.“ Daneben wird allerdings oftmals darauf vergessen, dass eine hohe Ferkelanzahl und eine hervorragende Futterverwertung mindestens gleich wichtig zu bewerten sind. Insbesondere die Futterverwertung spielt in Zeiten stetig steigender Futtermittelpreise eine wichtige Rolle in der Wirtschaftlichkeit. Zudem ist zu bedenken, dass nur wenige Eber sowohl überdurchschnittliche Fleischfülle als aus exzellente tägliche Zunahmen vererben. Ebenso darf die eingesetzte Sauengrundlage nicht vergessen werden. Um den optimalen Eber zu finden, sind die Rückmeldungen vom Mäster wichtig.

Nutzen BLUP-Index
Im BLUP-Index werden wichtige ökonomische Merkmale gewichtet und zu einer Gesamtpunktezahl zusammengefasst. Bei den Endstufenebern wird dieser Wert als der Mast- und Schlachtleistungs-BLUP angeführt. Der Durchschnitt aller Tiere liegt bei 100 Punkten, davon ausgehend werden die Abweichungen berechnet. Die Standardabweichung beträgt 20 Punkte. Das heißt, ein Eber mit 125 Punkten gehört zu den 15 % Besten in der Population.

Genetik & Management
Bei der Eberauswahl ist auf keinen Fall zu vergessen, dass die Genetik nicht alles kompensieren kann. Besonders die Fütterung spielt in der Mast bei den wichtigen ökonomischen Merkmalen, wie Tageszunahmen und Magerfleischprozente, eine entscheidende Rolle. Fehler bei der Fütterung können durch eine noch so optimierte Eberauswahl nicht kompensiert werden. Besonders moderne Linienführungen mit hohen Zunahmen erfordern auch vom Mäster eine angepasste Fütterung mit einer dementsprechenden Eiweißversorgung. Nur so kann ein ausreichender Muskelansatz erzielt werden.

Autorin: Dr. Bettina FASCHING, Schweinebesamung Gleisdorf

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Aktualisiert am: 26.10.2011 16:13
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