Tierwohlmarkt wächst langsam

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Tierwohl- und Regionalprogramme differenzieren in den letzten Jahren den Schweinemarkt. Das Marktvolumen ist noch überschaubar. Das Potenzial könnte aber mittelfristig bei 10 bis 15 Prozent liegen.
Das Potential für Tierwohlschweine könnte mittelfristig bei 10 bis 15 Prozent liegen. (Foto: Archiv)
Das Potential für Tierwohlschweine könnte mittelfristig bei 10 bis 15 Prozent liegen. (Foto: Archiv)
Das Thema „Tierwohl“ – also die Haltung zu Bedingungen über der gesetzlichen Norm – wurde in den letzten Jahren am Markt und in der Politik immer wieder thematisiert. Sowohl bei den Bauern als auch am Fleischmarkt ist gestiegenes Interesse für dieses Thema feststellbar. Besonders Junglandwirte beschäftigen sich mit diesem Thema bei der Planung der zukünftigen Ausrichtung ihrer Betriebe. Das Marktvolumen ist jedoch noch überschaubar. Gemessen an der Teilnehmerzahl bei der Strohhaltungsförderung im Österreichischen Umweltprogramm Öpul, liegt der Anteil an Strohhaltungsbetrieben derzeit bei ca. fünf Prozent. Johann Schlederer, Geschäftsführer der Österreichischen Schweinebörse, sieht das Wachstumspotenzial für diese Sparte in den nächsten fünf bis zehn Jahren auf einem Niveau von 10 bis 15 Prozent Marktanteil. Der Hintergrund seiner vorsichtig optimistischen Einschätzung liegt darin, dass das Einkaufsverhalten der Verbraucher primär von preislichen Motiven beeinflusst wird. Aufgrund der höheren Produktionskosten liegen die Verbraucherpreise für diese Tierwohllabel zwischen 10 und 20 Prozent über dem herkömmlichen Angebot. Im Segment Bio-Schweinefleisch, liegen die Verbraucherpreise rund 100 bis 200 Prozent über dem herkömmlichen Preisniveau. Das heißt, dass im Tierwohlsegment die Preisaufschläge absolut moderat sind. Aufgrund seiner Markterfahrung rechnet Schlederer dennoch damit, dass das Tierwohlsegment binnen kurzer Zeit keine großen Sprünge schaffen wird, und sich die traditionelle Produktion auch weiterhin recht gut behaupten kann.
Förderung stützt Markttrend
Nicht nur das Interesse der Abnehmer, auch zusätzliche Förderungen für Strohstallungen stützen den Trend nach mehr ‚Tierwohl‘. Seit dem Jahr 2017 wird im Rahmen des ÖPULProgramms eine Unterstützung für die Tierhaltung auf Stroh gewährt. Aktuell nehmen österreichweit 765 Schweinemäster mit insgesamt ca. 81.000 Mastplätzen an diesem ÖPUL-Programm teil. Dies ergibt in Summe ein Fördervolumen von 1,56 Millionen Euro. Des Weiteren beteiligen sich 386 Zuchtsauenhalter mit insgesamt ca. 17.000 Muttersauen an dieser Aktion. Das Fördervolumen beträgt hier rund 660.000 Euro. Damit kann diesen Betrieben ein Teil des Mehraufwands für Einstreu, Arbeit und mehr Platzbedarf abgegolten werden. Die einzelnen Programmbetreiber, wie Erzeugerorganisationen oder Schlachtbetriebe, haben ihre Tierwohlanforderungen meist an die Öpul-Förderrichtlinien angepasst. Die Vertriebsfirmen verwenden für die Auslobung entweder das jeweilige Programmlabel oder haben für die daraus hergestellten Fleisch- und Wurstwaren jeweils hauseigene Bezeichnungen (Spar: Tann schaut drauf – für mehr Tierwohl; Lidl: Gemeinsam Verantwortung tragen – Schnitzel vom Voralpenschwein; Transgourmet: Vonatur; Hofer: Fair Hof, usw.).

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Aktualisiert am: 14.07.2018 07:56