Tierwohlbefinden aus wissenschaftlicher Sicht

Wohlbefinden kann nicht auf eine objektive Weise gemessen werden. Manchmal genügt gesunder Menschenverstand, um zu erkennen, ob sich ein Tier wohl fühlt. Meistens liegen die Dinge aber nicht so einfach, und dann ist die Wissenschaft eine wertvolle Hilfe.
Bewegung im Freien und Wühlmöglichkeiten – da fühlt sich die Sau wohl.
Bewegung im Freien und Wühlmöglichkeiten – da fühlt sich die Sau wohl.
Die Basisparameter, nach denen man ermessen kann, ob sich ein Tier wohl fühlt oder nicht, sind körperliche Verletzungen. Wenn ein Tier zB verletzte Pfoten hat, weiß man auch ohne Wissenschaft automatisch, dass es sich nicht besonders wohl fühlt.
Eine zweite Gruppe sind die Produktionsparameter wie zB Fleischqualität, Größe des Wurfs und Fruchtbarkeit, die zwar Hinweise, aber keine schlüssigen Argumente geben. Die Argumentation die Tiere bringen gute Leistungen, sie produzieren gut, also müssen sie glücklich sein gilt nicht! Nutztiere sind durch die Domestizierung so selektiert worden, dass erst sehr schwer wiegende Beeinträchtigungen Auswirkungen auf ihre Vermehrung haben. Dies ist bei wildlebenden Tieren in Gefangenschaft anders: das erste, was diese tun, ist die Produktion zu stoppen. Produktionszahlen sind also nur ein Faktor unter vielen, den man in Betracht ziehen kann.


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Aktualisiert am: 08.04.2004 17:21
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