Tiertransportgesetz: Auswirkung auf den Landwirt

Seit über einem Jahr ist das neue Österreichische Tiertransportgesetz in Kraft. Wir haben zusammengefasst, was Landwirte davon wissen sollten.
Bei Verwendung des AMA-Viehverkehrsscheines werden sowohl die nationalen Vorschriften als auch die Vorgaben der EU-Tiertransportverordnung erfüllt.
Bei Verwendung des AMA-Viehverkehrsscheines werden sowohl die nationalen Vorschriften als auch die Vorgaben der EU-Tiertransportverordnung erfüllt.
Grundsätzlich regelt seit Jänner 2007 die EU-Tiertransportverordnung europaweit einheitlich all jene Tiertransporte, die in Zusammenhang mit einer wirtschaftlichen Tätigkeit bzw. zu kommerziellen Zwecken durchgeführt werden.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die Mehrheit der landwirtschaftlichen Tiertransporte unter diese Bestimmung fällt.

Allgemeine Bedingungen
Die allgemeinen Bedingungen sind bei jeglichen Tiertransporten einzuhalten. Insbesondere sind folgende Punkte von Bedeutung:
 Beförderungsdauer ist so kurz wie möglich zu halten
 Tiere müssen transportfähig sein
 Es darf keine Verletzungsgefahr durch Transportmittel, Ver- und Entladevorrichtungen bestehen
 Personen, die mit Tieren umgehen, sind ausreichend qualifiziert (z.B. tierhaltende Landwirte erfüllen diese Qualifikation)
 Es darf keine Gewalt ausgeübt werden
 Das Wohlbefinden der Tiere wird regelmäßig kontrolliert
 Tiere verfügen über ausreichend Platz
 Versorgung mit Wasser und Futter in angemessenen Zeitabständen

Ausstattung
Von den Transportmitteln darf keine Verletzungsgefahr ausgehen, sie müssen überdacht sein, leicht zu reinigen und mit einem rutschfesten Boden ausgestattet sein. Tiere dürfen nicht entweichen können und der Austritt von Ausscheidungen soll vermieden werden. Eine ausreichende Frischluftzufuhr ist zu gewährleisten.
Ferkel von weniger als 10 kg, Lämmer von weniger als 20 kg, weniger als sechs Monate alte Kälber und weniger als vier Monate alte Fohlen müssen mit Einstreu versorgt werden.
Fahrzeuge, in denen Tiere transportiert werden, müssen z.B. durch entsprechende Aufkleber gekennzeichnet werden.
Die Verladerampenneigung darf bei Schweinen, Kälbern und Pferden 36,4 % und bei Schafen und Rindern 50 % nicht überschreiten. (50 % bedeutet z.B. einen Höhenunterschied von 50 cm auf der Länge von einem Meter.) Ab 17,6 % Rampenneigung müssen Querlatten zur Erhöhung der Trittsicherheit vorhanden sein.

Beförderungsdauer
Die Beförderungsdauer für innerösterreichische Schlachttiertransporte ist grundsätzlich mit 4,5 Stunden festgelegt. Wenn es jedoch aus geographischen, strukturellen Gründen oder aufgrund von aufrechten Verträgen notwendig ist, darf die Beförderungsdauer auf maximal 8 Stunden verlängert werden.
Im Falle von Schlachttiertransporten, bei denen aufgrund kraftfahrrechtlicher Bestimmungen Lenkerpausen einzuhalten sind, kann die Beförderungsdauer auf 8,5 Stunden verlängert werden. Im Rahmen der Pausen ist dem Wohl der Tiere bestmöglich Rechnung zu tragen.
Die Höchstbeförderungsdauer für innerösterreichische Transporte von Nutz- und Zuchttieren, sowie Legehennen am Ende ihrer Nutzungsdauer, die für die Schlachtung vorgesehen sind, ist mit acht Stunden festgelegt. Im Einzelfall ist, wenn es aufgrund der geographischen Gegebenheiten unumgänglich ist, eine Verlängerung auf maximal zehn Stunden zulässig, wobei die aufgrund kraftfahrrechtlicher Bestimmungen einzuhaltenden Pausen auch zur Versorgung der transportierten Tiere zu nützen sind.

Autor: Dipl.-Tzt. Mag. Stefan FUCIK, Landwirtschaftskammer St. Pölten


Aktualisiert am: 20.02.2009 11:46
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