Tierschutz nicht als Propaganda missbrauchen

Nachdem der Verein gegen Tierfabriken Missstände in Schweinemaststallungen angeprangert hat, reagiert Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich. Der Tierschutz sei viel zu ernst, um damit Propaganda zu machen.
Die österreichischen Bauern seien bereit, weiterhin in Richtung Qualität, Nachhaltigkeit und Tiergerechtheit zu investieren, so Wlodkowski.
Die österreichischen Bauern seien bereit, weiterhin in Richtung Qualität, Nachhaltigkeit und Tiergerechtheit zu investieren, so Wlodkowski.
„Die Verbraucher können sich auf heimisches Fleisch und seine nachhaltige Produktion voll und ganz verlassen“. Mit dieser Klarstellung hat der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski, vergangene Woche auf Vorwürfe des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) reagiert, der „fatale Zustände in Schweinemastbetrieben“ angeprangert hatte. Der VGT hat nach eigenen Angaben aktuelles Foto- und Videomaterial aus knapp 30 ostösterreichischen Schweinemastbetrieben analysiert, bei denen es sich durchwegs um Höfe handeln soll, die unter dem Gütesiegel der Agrarmarkt Austria (AMA) beziehungsweise dem REWE-Label „Bauernhof-Garantie“ vermarkten. „Die Zustände in diesen AMA-Gütesiegelbetrieben sind schlicht inakzeptabel“, zeigte sich der VGT entsetzt. Mit gutem Recht erwarteten die Verbraucher von staatlichen Gütesiegeln außerordentliche, substanzielle Verbesserungen gegenüber den gesetzlichen Mindestanforderungen, insbesondere wenn es um das Wohlergehen von Tieren gehe. Diese Erwartung werde vom AMA-Gütesiegel weder in seinen Richtlinien noch in der Praxis erfüllt. Diesen Vorwürfen trat Wlodkowski entschieden entgegen und machte deutlich, dass der Bereich Tierschutz viel zu ernst sei, um ihn als Propaganda zu missbrauchen. Der Kammerpräsident hob hervor, dass die heimischen Nutztierhalter streng kontrolliert würden. Dafür sorge einerseits der Gesetzgeber mit den vorgeschriebenen Kontrollen nach der Tierschutzkontrollverordnung; andererseits würden diese Kotrollen bei der Teilnahme an Markenfleischprogrammen noch ergänzt. Zudem müssten einzelne Mäster, die sich nicht an die Regeln hielten, zur Verantwortung gezogen werden. Der Kammerpräsident wies darauf hin, dass der Tierschutz in der österreichischen Schweinehaltung nach dem Beschluss des Bundestierschutzgesetzes im Jahr 2005 nun vor der größten Weiterentwicklung stehe. Es sei entschieden, dass die Ferkelschutzkörbe durch neue Haltungsformen ersetzt würden. Derzeit arbeiteten Wissenschaft und Praxis gemeinsam an Nachfolgemodellen, die von den Tierhaltern jedoch große Investitionen verlangten. Die Landwirte seien jedoch bereit, weiterhin in Richtung Qualität, Nachhaltigkeit und Tiergerechtheit zu investieren, denn die Verbraucher verlangten bei heimischem Fleisch höchste Standards.

Aktualisiert am: 09.07.2012 09:58
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