Tierschutz auf der EuroTier

Auf der diesjährigen EuroTier werden täglich Diskussionsrunden zum Thema Tiergerechtheit veranstaltet. Gleich die erste Diskussionsrunde beinhaltete brisante Themen.
Am ersten Tag der EuroTier 2012 wurden zum Thema "Zukunft der Nutztierhaltung" diskutiert.
Am ersten Tag der EuroTier 2012 wurden zum Thema "Zukunft der Nutztierhaltung" diskutiert.
Mit dem „Infozentrum Tiergerechtheit“ präsentiert die DLG auf der EuroTier 2012 eine Diskussionsplattform zu relevanten Themen rund um die landwirtschaftliche Nutztierhaltung. Hierzu finden in der Halle 26 auf dem Stand A27 täglich zwei Diskussionsrunden nach dem Prinzip des runden Tisches statt.

Tiere nutzen – Tiere schützen
Gleich die erste Diskussionsrunde der EuroTier entwickelte sich zu einer sehr brisanten Veranstaltung. Unter dem Titel „Tiere nutzen – Tiere schützen: Zukunft der Nutztierhaltung“ diskutierten Vertreter der Landwirtschaft, des Tierschutzes, der Wissenschaft und der Wirtschaft über die zukünftigen Tierhaltung. Friedrich Ostendorff, der agrarpolitische Sprecher der Bundesfraktion Bündnis 90/Die Grünen, stellte in seinem Statement klar, dass sich die Tierhaltung ändern müsse. „Die Gesellschaft versteht vieles nicht mehr“, so der Politiker. Er kritisierte die Umsetzung des Kupierverbots in der Schweinehaltung und verteidigt seinen Parteikollegen Johannes Remmel, der als Landwirtschaftsminister in Nordrhein-Westfalen einen Entwurf für einen neuen Tierhaltungserlass vorgestellt hat, der unter anderem ab einer Größe von 2.000 Mastschweine den Einbau von Abluftfilter vorschreibt. Damit sollen die Nachbarn vor Ammoniak und anderen Schadgasen geschützt werden, so Ostendorff.

Abluftfilter
Peter Spandau von der Landwirtschaftskammer NRW sieht diesen Entwurf mit skeptischeren Augen. Er berichtete, dass viele Landwirte aus Angst vor neuen Genehmigungsauflangen jetzt noch Entwicklungsschritte planen. Laut Peter Spandau würde der verpflichtende Einbau von Abluftfiltern zwischen 10 und 15 % der Betriebe in NRW betreffen.

Labelproduktion
Hubert Kelliger von Westfleisch berichtete von seinen Erfahrungen bei der Gestaltung und Planung eines Tierwohl-Labels. Er beziffert das Potenzial für ein solches Label zwischen 2 und 5 %. „Damit sprechen wir von einem Nischensegment“, so Kelliger. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darin, dass eine Angebotsdifferenzierung mit Label-Produkten sinnvoll ist, wenn diese höherpreisigen Produkte nachgefragt werden. „Alleine aus ideologischen Gründen können wir nicht unsere Produktion ändern. Das muss auch marktkonform sein“, so Kelliger.

Aktualisiert am: 13.11.2012 15:38
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