Tierschutz: Kriterien für Tierwohl-Label präsentiert

Die Initiativgruppe Tierwohl-Label präsentierte Ende Juni Kriterien für Mastschweinehaltung unter einem freiwilligen Tierschutzlabel. Dabei ist ein mehrstufiges Gütesiegel geplant.
Erste Kriterien eines Gütesiegels für Fleisch aus besonders tiergerechter Haltung hat die „Initiativgruppe Tierwohl-Label“ vergangene Woche in Göttingen vorgestellt. Wie Dr. Lars Schrader vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), für den Bereich Mastschweinehaltung ausführte, sollen die Tiere in Zukunft mehr Platz im Stall bekommen. Außerdem soll der Stall nach Funktionsbereichen strukturiert und zumindest teilweise eingestreut sein. Auf das Kupieren der Schwänze sowie die Ferkelkastration ohne Betäubung soll künftig verzichtet werden. Zudem sollen mehrere tierbezogene Kriterien wie eine geringe Sterblichkeitsrate und eine geringe Rate an Verletzungen, Lahmheiten oder organischen Erkrankungen erfüllt werden müssen. Nach Darstellung von Prof. Ute Knierim von der Universität Kassel sehen die Kriterien für die Masthühnerhaltung den Einsatz langsam wachsender Rassen, ein größeres Platzangebot pro Tier sowie die Schaffung von Aufbäum- und Sitzmöglichkeiten vor. Ähnlich wie bei den Mastschweinen sollen unter anderem die Sterblichkeitsrate, die Fußballengesundheit sowie Lahmheiten als tierbezogene Kriterien berücksichtigt werden. Für die Schlachtung wird eine Betäubung mit CO2 angestrebt.

Label von einer breiten Interessensgruppe getragen

Das freiwillige Label definiert Standards für Aufzucht, Mast, Transport und Schlachtung von Masthühnern und Mastschweinen. Die Göttinger Initiativgruppe um den Agrarökonomen Prof. Achim Spiller zeichnet sich dadurch aus, dass das Siegel nicht nur von einzelnen Unternehmen, sondern von einer breiten Interessengruppe getragen wird. Den Angaben zufolge wird der Deutsche Tierschutzbund das Label auf den deutschen Markt bringen. Damit stelle sich die größte deutsche Tierschutzorganisation hinter die Idee des Siegels, heißt es bei den Initiatoren. Das Tierwohl-Label ist als dynamisches System angelegt. Langfristig sollen die gesamte Wertschöpfungskette und alle relevanten Tierarten sowie Haltungsformen mit einbezogen werden. Anfang kommenden Jahres sollen die ersten verbindlichen Standards für das Tierwohl-Label endgültig feststehen.

Wachsender Markt

Neuland-Bundesgeschäftsführer Jochen Dettmer geht von einem wachsenden Markt für besonders tiergerecht erzeugte Produkte aus. In diesem Markt werde es nicht zu einer Konkurrenzsituation zwischen den Labelstufen kommen, sondern zu einer „sinnvollen Ergänzung zur Befriedigung der Marktpotentiale“. Aufgrund der breiten gesellschaftlichen Diskussion um intensive Tierhaltungsanlagen sei die Zeit reif, „dass ein Tierschutzlabel deutliche Impulse zur Marktentwicklung gibt“ so Dettmer.

Weitere Informationen zum Tierschutz-Label erhalten Sie hier.


Aktualisiert am: 06.07.2011 08:27
In Deutschland ist die Planung für ein freiwilliges Tierschutz-Label voll im Gange.

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