Tierproduktion braucht Investitionssicherheit

Die Tierproduktion ist die existentielle Basis vieler Berg- und Grünlandbauern in Österreich. ZAR Obmann Anton Wagner fordert zuverlässige Politik, kalkulierbare Fördermaßnahmen und Sicherheit für die Investitionen der Bauern.
Die Tierproduktion braucht Sicherheit für die Investitionen sowie zuverlässige Politik und kalkulierbare Fördermaßnahmen.
Die Tierproduktion braucht Sicherheit für die Investitionen sowie zuverlässige Politik und kalkulierbare Fördermaßnahmen.
"Die Aufwendungen der Landwirtschaft für betriebsnotwendige Vorleistungen sind 2010 abermals - auf EUR 3,8 Mrd. - gestiegen. Diese Ausgaben dokumentieren, dass die Land- und Forstwirtschaft auch in anderen Wirtschaftssektoren viele Arbeitsplätze erhält und deshalb verlässliche agrarpolitische Rahmenbedingungen für betriebsnotwendige Investitionen benötigt", so der Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR), Anton Wagner. Er verweist auch auf die dramatische Abnahme der Milchlieferanten zwischen 1994 und 2010 auf rund 36.600 (-55). "Auf die Rinderwirtschaft entfallen mit EUR 2 Mrd. nicht nur über 30% der landwirtschaftlichen Wertschöpfung, sie ist auch existenzielle Basis für die Berg- und Grünlandbauern", merkt Wagner an. Weiters dürfe nicht übersehen werden, dass die Bergbauern in der extremen Erschwerniszone 4, wo die Rinder- und Milchwirtschaft die Existenzgrundlage sei, einen erheblichen Einkommensverlust hinnehmen mussten und im Schnitt nur EUR 14.100,- pro Jahr verdienen. Ihr Einkommensabstand zum Durchschnitt aller Betriebe beträgt 38% und zu den Nichtbergbauern sogar 41%.

Öffentliche Gelder unverzichtbar

Positiver beurteilt Wagner hingegen die betriebswirtschaftliche Entwicklung der Futterbaubetriebe mit Schwerpunkt Milch. Die verkaufte Milchmenge belief sich auf rund 5.631 kg je Kuh und der mittlere Preis ohne Mehrwertsteuer lag bei 31,8 Cent/kg. An Einkünften aus der Land- und Forstwirtschaft erwirtschafteten diese milchbetonten Spezialbetriebe etwa je EUR 25.400,-, die öffentlichen Gelder machten mit EUR 19.780,- 23% des Ertrages aus. "Die Umweltzahlungen sind daher auch in der neuen EU-Finanzperiode 2014 bis 2020 unverzichtbar, wenn die Bewirtschaftung der 1,5 Mio. ha Grünfutterfläche und der 9.000 Almen nicht gefährdet werden soll", fordert der ZAR-Obmann. Er spricht sich angesichts der gesellschaftlichen und ökonomischen Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft für die Fortsetzung einer konsistenten EU-Agrarpolitik aus, mit dem Ziel, den bäuerlichen Familien entsprechend des Landwirtschaftsgesetzes die Teilnahme an der allgemeinen Wohlstandsentwicklung zu sichern. "Die von der Arbeiterkammer zur Unzeit losgetretene Diskussion über die Leistungsabgeltungen für die bäuerlichen Betriebe ist für die Zukunft der tierischen Veredelungswirtschaft schädlich. Jede Wirtschaftsgruppe braucht zuverlässige Politik, kalkulierbare Förderungsmaßnahmen und die Sicherheit, dass heute getätigte Investitionen nicht morgen schon wieder in Frage gestellt werden", betont Wagner.


Aktualisiert am: 10.10.2011 15:24
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