Tierkomfort: Beschäftigungsmaterial für Jungsauen und Wartesauen

Neben Mastschweinen muss nach der Tierhaltungsverordnung auch den Zucht- und Jungsauen Beschäftigungsmaterial angeboten werden. Das Ende der Übergangsfrist für Altgebäude kommt unaufhörlich näher. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten praktikabel sind.
Meist werden Holzstücke an stabilen Ketten angeschraubt. Das Holz kann so frei in der Bucht pendeln und stellt dadurch eine interessante Beschäftigung für die Sauen dar.
Meist werden Holzstücke an stabilen Ketten angeschraubt. Das Holz kann so frei in der Bucht pendeln und stellt dadurch eine interessante Beschäftigung für die Sauen dar.
Die reizarme Haltung von Schweinen führt zu einer verstärkten Orientierung an den Buchtgenossen. Die Zunahme von Aggressionen, Unruhe und folglich Stress zieht Verletzungen, das typische Schwanz- oder Ohrbeißen sowie in letzter Konsequenz Kannibalismus nach sich. Bei Sauen sind vermehrte Stereotypien wie Leerkauen und Stangenbeißen zu finden.
Beschäftigung ist dementsprechend ein wesentliches Element für eine tiergerechte Schweinehaltung. Allerdings sind nicht alle Gegenstände zur Beschäftigung von Schweinen geeignet.

Wirtschaftsfutter zur Beschäftigung spart Kosten
Bei vielen Betrieben sind Grünlandflächen vorhanden, welche über die Sauenhaltung verwertet werden. Die Vorlage von Gras, Silage oder Heu (Wirtschaftsfutter) als Beschäftigungsmaterial ist in der Praxis verbreitet. Wird Wirtschaftsfutter verabreicht, nutzt man neben dem Beschäftigungsangebot für die Sauen auch gleichzeitig den Futterwert und kann so meist teure Rohfaserkomponenten einsparen. Gras steht nur in der Vegetationsperiode zur Verfügung, verursacht täglich erhebliche Arbeit und wird deshalb nicht empfohlen. Grassilage sollte eher in der kühleren Jahreszeit verabreicht werden, weil hier eine bessere Haltbarkeit der Silage gegeben ist. Der Einsatz von Heu ist hingegen ganzjährig ohne Einschränkungen möglich. Wird Heu mit einer Menge von rund 0,5 kg pro Tier und Tag in der Trächtigkeit eingesetzt, deckt man den gesamten Rohfaserbedarf der Sau und spart nebenbei rund 10 % Futterkosten ein.

Scheuerbaum mit Doppeleffekt
In der Bucht eingebaute Scheuerbäume sind eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit. Ein Scheuerbaum ist ein massives Rundholzstück, welches am Buchtenboden befestigt ist und von den Sauen beknabbert werden kann. Gleichzeitig können sich die Sauen an dem schräg montierten Holzstück scheuern und so körperliche Ansprüche verbessert ausleben. Am Scheuerbaum montierte Ketten bieten eine zusätzliche Ablenkung für die Sauen.

Autoren: Dr. Heinz GRAMMER, Amt der OÖ Landesregierung, Abt. Veterinärdienst, Linz und Ing. Christian TRAUNWIESER, Beratungsstelle für Schweineproduktion, Wels




Aktualisiert am: 07.07.2008 11:05
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