Tiergesundheit bleibt das A und O

Mit zunehmender Bestandsgröße kann das Risiko verschiedener Infektionskrankheiten der Schweine zunehmen. Das trifft gleichermaßen auf Zuchtsauen und Mastschweine zu.
Praxisgerechte Möglichkeiten zur Verbesserung der Tiergesundheit stellte Prof. Dr. Steffen Hoy, Justus-Liebig-Universität Gießen, dem interessierten Fachpublikum auf dem Rheinischen Schweinetag vor. Als Insellösung charakterisierte er einleitend das SPF-Verfahren (spezifisch pathogenfrei), bei welchem die Ferkel durch Kaiserschnitt in nahezu keimfreier Umgebung gewonnen werden. Einzellösung für Betriebe mit Atemwegserkrankungen kann die Freilandhaltung sein. „Allerdings bleibt aus tiergesundheitlicher und hygienischer Sicht neben anderen Problemen der Parasitenbefall eine ernstzunehmende Gefahr“, warnte der Referent. Außenklimaställe fördern aufgrund des großen Luftvolumens die Lungengesundheit, während das Multiside-Verfahren auf eine frühzeitige Trennung von Sau und Ferkeln in getrennten Aufzuchtställen setzt, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Mit hervorragendem Hygienemanagement den Keimdruck senken

Als weitere Maßnahme nannte Hoy das Minimal-Disease-Programm, das eine Kombination von Vorbeuge- und Hygienemaßnahmen darstellt. Hierunter fallen beispielsweise das Alles-rein-alles-raus-System sowie die gezielte Reinigung und Desinfektion, um den Erregerdruck drastisch zu minimieren. Dem Multisite-Verfahren sprach der Fachmann eine deutliche Leistungssteigerung bei gleichzeitig verbesserter Tiergesundheit zu; vorausgesetzt, die Stalleinheiten werden streng getrennt bewirtschaftet. Der Austausch des kompletten Tierbestandes – auch als Depop-Repop bezeichnet - , ist die konsequenteste und schnellste, aber auch die risikoreichste Möglichkeit der Bestandssanierung. Je besser der Betrieb hygienisch von Nachbarbetrieben abgesichert ist und je strikter seuchenprophylaktische Maßnahmen zum Schutz vor der Wiedereinschleppung von Erregern durchgeführt werden, je positiver die Erfolgsaussichten. „Für die meisten Ferkelerzeuger und Mäster bleibt die Herausforderung bestehen, über einen maximalen Impfschutz und ein hervorragendes Hygienemanagement den Keimdruck zu senken und die Immunität und damit die Leistung des Tierbestandes zu verbessern“, resümierte Hoy. (Quelle: deuka.de)


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Aktualisiert am: 12.12.2009 10:33
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