Tiergesundheit: Wie kommen Krankheiten in meinen Stall?

Nur wer gesunde Schweine produziert, kann ein hohes Leistungsniveau bei geringen Produktionskosten realisieren. Krankheitsausbrüche kosten immer Geld - unnötige Kosten vor allem dann, wenn ein Schutz gegen die auslösenden Erreger möglich wäre.
Bei der Übertragung von Krankheitserregern zwischen Betrieben können andere Tiere eine wichtige Rolle spielen. Beispiele sind hier Rinder im Seuchengeschehen mit Maul- und Klauenseuche, Wildschweine bei Schweinepest, Haustiere wie Katzen bei Salmonellen oder Vögel bei Influenza.
Bei der Übertragung von Krankheitserregern zwischen Betrieben können andere Tiere eine wichtige Rolle spielen. Beispiele sind hier Rinder im Seuchengeschehen mit Maul- und Klauenseuche, Wildschweine bei Schweinepest, Haustiere wie Katzen bei Salmonellen oder Vögel bei Influenza.
Der einfachste Weg für einen Krankheitserreger in einen Tierbestand zu gelangen, ist das infizierte Schwein selbst. Akut infizierte Tiere scheiden unmittelbar nach Infektion, noch bevor sie klinische Krankheitssymptome wie Fieber, Husten oder Durchfall zeigen, Erreger in großen Mengen aus. Diese werden mit der Luft ausgeatmet oder im Speichel, Nasensekret, Kot, Harn und Samen ausgeschieden. Die Isolierung akut infizierter Tiere minimiert die Erregerverbreitung.
Diese Maßnahme wird bei der Installation eines Quarantänestalls für Zukaufstiere (Jungsauen, Eber), einer Krankenbucht aber auch im Rein-Raus Verfahren im strengen Kammersystem umgesetzt. Im Rahmen der Quarantänemaßnahmen wird versucht, Tiere eines anderen Betriebs zunächst abzusondern, dabei auf mögliche Krankheitssymptome zu achten und an ein betriebsspezifisches Keimmilieu vorzubereiten. Durch das Rein-Raus Verfahren in einem Betrieb wird ähnliches praktiziert. Diese Strategie ermöglicht einerseits einen hohen Gesundheitsstatus mit hervorragenden biologischen Leistungen, jedoch sind diese Tiere gegenüber neuen und unbekannten Krankheitserregern vollkommen ungeschützt und daher hoch empfänglich. Das bedeutet: Je höher der Gesundheitsstatus, desto besser müssen die Hygiene- und Sicherheitsstandards sein.

Fahrzeuge
Größtes Risiko geht von Tiertransportfahrzeugen und Fahrzeugen für die Kadaverentsorgung aus. Aber auch Transportfahrzeuge für Futtermittel, Fahrzeuge von Beratern und Tierärzten, das Güllefass, Autos von Angestellten befahren regelmäßig das Gelände eines Schweinebetriebs. Hier gilt es, Transport, Anlieferung und Abholung genau zu regeln. Kontaktpersonen müssen entsprechend aufgeklärt werden. Fahrer von Schweinetransportfahrzeugen sollten innerhalb der Verladerampe keinen Zutritt haben. Eine Reinigung und Desinfektion von Tiertransportfahrzeugen sollte zum Standard nach jeder Benutzung gehören. Besonderes Augenmerk sollte auch auf die Positionierung der Tierkaderverentsorgung gelegt werden. Hier soll es zwischen dem Weg des Transportfahrzeuges und betriebseigener Fahrzeuge keine Kreuzungspunkte geben.

Fazit
Die Gesunderhaltung eines Schweienbestandes kann nur über eine effektive Betriebshygiene langfristig von Erfolg sein. Betriebliche Investitionen in Quarantänestallungen, Krankenbuchten, planbefestigte Verladerampen sowie Personenschleusen und der organisatorische Aufwand durch Reingiung und Desinfektion, Schadnager- und Fliegenbekämpfung sind erste Schritte zu einer aktiven Betriebshygiene.

Autor: Dr. Thomas VOGLMAYR, Traunkreis Vet Clinic, Ried


Aktualisiert am: 10.06.2008 11:53

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