Tiere fressen Arbeitszeit

Zwischen den verschiedenen Betriebszweigen, der Betriebsgröße und dem erforderlichen Arbeitszeitbedarf bestehen vielfältige Beziehungen. Aus ihrer Kenntnis lassen sich Arbeitszeiteinsparungspotentiale aufzeigen.
Das Brechen von Arbeitsspitzen ist physisch und psychisch wichtig, kleine Einsparungen in Routineabläufen sparen jedoch viel mehr Arbeitszeit.
Das Brechen von Arbeitsspitzen ist physisch und psychisch wichtig, kleine Einsparungen in Routineabläufen sparen jedoch viel mehr Arbeitszeit.
In Betrieben mit Tierhaltung dominiert der dafür aufgewendete Arbeitszeitbedarf. Das heißt, mit der Rationalisierung und Optimierung der Stallarbeiten ist es möglich, den täglichen Arbeitsanfall zu reduzieren, was über das Jahr gerechnet beachtliche Arbeitszeiteinsparungen ermöglicht. Die Feldarbeiten können enorme Arbeitspitzen verursachen. Durch die stärkere Mechanisierung der Feldarbeiten reduzieren sich zwar die Arbeitszeiten an den arbeitsreichsten Tagen oft sehr stark. Auf den jährlichen Gesamtarbeitszeitbedarf des Betriebes mit Tierhaltung hat dies keinen großen Einfluss. Der jährliche Arbeitszeitbedarf der Betriebe wird viel mehr von den vorhandenen Betriebszweigen als von der Flächenausstattung der Betriebe beeinflusst. Wesentlichen Einfluss auf den Arbeitszeitbedarf hat auch die Größe und damit die Mechanisierung eines Betriebszweiges.
75 % des gesamten Arbeitsaufwandes fällt in der Innenwirtschaft an. Arbeitserleichternde Investitionen sollten, unter Beachtung ökonomischer Grundsätze verstärkt in diesem Bereich gefördert werden.
80 % der in der Innenwirtschaft anfallenden Arbeit entfällt auf die Rinderhaltung und davon wiederum ca. 66 % auf die Milchviehhaltung. Besonders arbeitsmäßig überlastete Nebenerwerbsbetriebe sollten verstärkt über arbeitsextensivere Alternativen beraten werden.
Die Arbeitsbelastung je ha ebene Fläche kann durch die gezielte Nutzung von Maschinengemeinschaften, Maschinenringen usw. im Vergleich zu den Standardarbeitsbedarfswerten um 50 bis 60 % gesenkt werden.
Betriebe mit überwiegend Flächen über 50 % Hangneigung haben
- einen fast dreifach höheren Arbeitsaufwand,
- doppelt so hohe Maschinenkosten,
- ein halb so hohes Arbeitseinsparungspotential,
- ein arbeitsbedingt stark begrenztes Wachstumspotential und
- arbeitsbedingt beschränkte flächen- bzw. tierbezogene Direktzahlungen.
Sollen diese Betriebe weiter erhalten bleiben, müssen die aufgezeigten Benachteiligungen durch Ausgleichszahlungen abgegolten werden.

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Aktualisiert am: 14.02.2003 12:54
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