Tier-Fressplatz-Verhältnis in der Schweinemast

1:1 oder 4:1? Wie viele Mastschweine sollen sich einen Fressplatz teilen? In einem Versuch mit Trogfütterung stellte sich heraus, dass 1:1 nicht unbedingt ein Mehr an Tierwohl bedeutet.
Ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1:1 ist nicht zwangsläufig besser zu beurteilen als das Verhältnis 3:1 oder 4:1. Foto: LfL Bayern
Ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1:1 ist nicht zwangsläufig besser zu beurteilen als das Verhältnis 3:1 oder 4:1. Foto: LfL Bayern
Der Kurztrog mit Sensor ist bei der Flüssigfütterung seit Jahren ein Standardverfahren. Die Tier-Fressplatz-Verhältnisse (TFV) betragen dabei 3:1 bis 4:1. Momentan diskutiert man unter dem Aspekt des Tierwohls bei Mastschweinen über ein TFV von 1:1. Darauf haben Stalleinrichtungsfirmen reagiert. Sie bieten den „alten“ Langtrog wieder an, der aber mit Sensorfütterung ausgestattet ist. Deshalb wurde ein Versuch angelegt, um zu klären, ob sich unterschiedliche TFV auf Leistung, Tiergesundheit und Tierverhalten auswirken. Getestet wurden dabei TVF von 3:1 und 4:1 am Kurztrog gegenüber einem Langtrog mit Sensor (TFV 1:1). Der Versuch wurde in Schwarzenau durchgeführt.

Kurztrog gegen Langtrog
Die Mastschweine erreichten im Schnitt 885 g tägliche Zunahmen bei 2,9 kg Futteraufwand und 59,4 % Muskelfleisch (Hennessy). Für bayerische Genetik ist das ein sehr gutes Ergebnis. Die Schweine am Kurztrog hatten um 46 g höhere tägliche Zunahmen (signifikant). Dafür benötigten sie mehr Futter (0,08 kg mehr pro Tag) bzw. mehr Energie (0,4 MJ ME/Tag mehr). Die Faustregel „100 g mehr Zunahmen verlangen im Schnitt 1 MJ ME/Tag mehr Futteraufnahme“ bestätigt sich.
Im Endeffekt waren die Schweine am Kurztrog auch effizienter – sie hatten einen geringfügig niedrigeren Futter-/Energieaufwand bzw. die etwas bessere Futter-/Energieverwertung. Die Schweine am Langtrog verfetteten weniger und hatten deswegen signifikant mehr Muskelfleischanteil – wohlgemerkt nicht Fleisch.

Autoren: Dr. Hermann Lindermayer, Dr. Wolfgang Preißinger und Günther Propstmeier, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

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Weitere Themen im LANDWIRT 2/2015:
  • Aufzeichnungen bei der Besamung
  • Mit dem LANDWIRT am Markt - Ferkel, Mastschweine, Soja
  • Pig News
  • Neuheiten & Highlights

Aktualisiert am: 08.01.2015 13:39