Test: Eine Top – keine Flop: 5 variable Rundballenpressen im Vergleich

Schöne, feste Ballen sind das Ziel jedes Pressenfahrers. Mit welcher Presse das am besten gelingt, und welche dabei noch eine hohe Zuverlässigkeit bietet, zeigt dieser Vergleichstest.
Im Rahmen des Vergleichstests wurden von Seiten der AUVA und der SVB die Testkandidaten besichtigt und sicherheitstechnisch beurteilt. Leider wurden in diesem Bereich teilweise erhebliche Unzulänglichkeiten festgestellt.
Im Rahmen des Vergleichstests wurden von Seiten der AUVA und der SVB die Testkandidaten besichtigt und sicherheitstechnisch beurteilt. Leider wurden in diesem Bereich teilweise erhebliche Unzulänglichkeiten festgestellt.
Gemeinsam mit der FJ-BLT Wieselburg, dem LFZ Raumberg-Gumpenstein, der SVB und der AUVA haben wir fünf variable Rundballenpressen eine Saison lang getestet.

Die Multikulti-Presse
Alle der fünf Testkandidaten haben bei Silage, Stroh und auch Heu mit einer mehr oder weniger hohen Zuverlässigkeit feste und schöne Ballen geformt. Die höchste Durchsatzleistung und die perfektesten Ballen mit der höchsten Zuverlässigkeit wären wahrscheinlich mit der HiFlow-Pick-up von John Deere, mit dem Schneidrotor und Hydroflexcontrol-System von Welger, mit der Ballenkammer von Krone, mit der Netzbindung von New Holland und mit der Weichkerneinrichtung von Deutz-Fahr möglich. Diese Kombination wäre wohl auch die teuerste am Markt. Dies könnte aber die Herausforderung der Ingenieure für zukünftige Entwicklungen sein.

Da mit Ausnahme der Welger-Presse RP 435 Master alle Testkandidaten schon viele Jahre – manche sogar Jahrzehnte – im Handel erhältlich sind, ist anzunehmen, dass so mancher Hersteller dem Beispiel Deutz-Fahr oder Krone folgen und mit einer neuen Pressen-Generation auf dem Markt kommen wird.

Das bleibt festzuhalten!
Zusätzlich zu diesem Vergleichstest stellten uns Deutz-Fahr und Krone auch ihre neuentwickelten Produkte zur Verfügung. Da wir diese neuen Presstypen aber nicht über die ganze Saison unter denselben Bedingungen testen konnten, haben wir diese Maschinen einem getrennten Vergleich, quasi ALT gegen NEU des jeweiligen Herstellers, unterzogen. (siehe „Landwirt“-Ausgaben 22 und 23/2007). Bei der Krone Comprima handelte es sich noch um eine Vorserienmaschine, die ab Ende Juni am Testprogramm teilnahm. Die Deutz-Fahr Varimaster 560 stand uns erst ab August zur Verfügung. Beide Pressen werden ab der Saison 2008 im Handel verfügbar sein.

Wir wollen nicht!
Während Krone den Mut hatte, uns sogar eine Vorserienmaschine der neuen Baureihe Comprima zur Verfügung zu stellen, zogen es die Firmen Claas und Pöttinger vor, nicht am Vergleichstest teilzunehmen. Pöttinger hatte vorerst zeitgerecht zugesagt, aber unmittelbar nach Veröffentlichung unseres „Einkreiselschwader“-Vergleichstests in der „Landwirt“-Ausgabe 06/2007 ohne Angabe greifbarer Gründe die Teilnahme zurückgezogen. Eine rege und langwierige Diskussion führten wir mit dem Hersteller Claas, nachdem uns signalisiert wurde, dass sie auf Grund nicht verfügbarer Personalressourcen den Test nicht entsprechend begleiten könnten. Trotz der personellen und finanziellen zugesagten Unterstützung durch den Importeur, die Firma Eibl & Wondrak, erhielten wir – und auch der Importeur – nur mehr die knappe Antwort aus Harsewinkel „Wir wollen das nicht“. Bemerkenswert ist die Absage umso mehr, als dass am Modus und an der geplanten Umsetzung dieses Vergleichstests keinerlei Kritik geübt wurde und Claas in der Vergangenheit uns gegenüber sogar den Wunsch, an Vergleichstests teilzunehmen, geäußert hatte.

Wir sehen es als Pflicht unseren Lesern gegenüber, Claas und auch alle anderen Firmen, in Zukunft – so wie in der Vergangenheit – bei unseren Vergleichstests dabei zu haben. Da uns auch an der Versuchsdurchführung keinerlei Ungereimtheiten nachgesagt werden konnten, werden wir im Interesse unserer Leser das Gespräch mit der Geschäftsleitung „unwilliger“ Herstellern gerne weiterführen.

Unehrliche Angaben
Wie wichtig solche Vergleichsuntersuchungen sind, zeigt unsere Erfahrung mit so manchen Prospektangaben. Häufig sind sie das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. Vergleicht man die Gewichtsangaben einiger Testkandidaten zwischen den Homologationspapieren des Herstellers, der Betriebsanleitung, dem Typenschild und schlussendlich dem Prospekt, anhand dessen der Landwirt häufig Kaufentscheidungen trifft, zeigen sich oft unerklärliche Abweichungen. Für uns war es jedenfalls überraschend, dass das zulässige Gesamtgewicht mancher Maschinen niedriger angegeben wird als das von uns gewogene Eigengewicht der Maschine. In einem Fall wurde selbst die Achslast schon durch das Eigengewicht der Presse überschritten.

Autorenteam:
Ing. Johannes PAAR (Bad Blumau);DI Franz HANDLER, Dipl.-HLFL-Ing. Manfred NADLINGER und Dipl.-HLFL-Ing. Emil BLUMAUER (FJ-BLT Wieselburg); DI Alfred PÖLLINGER (LFZ Raumberg-Gumpenstein);Ing. Wilhelm SCHAGERL (SVB) und DI Stefan KRÄHAN (AUVA)


Aktualisiert am: 10.12.2007 17:22
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