Tag der internationalen Rinderzucht

Am 2. September fand im Rahmen der Welser Messe AGRARIA 2010 der „Internationale Tag der Rinderzucht“ statt. Seitens der RINDERZUCHT AUSTRIA wurde für diese Tagung ein hochkarätiges Programm zusammengestellt.
Im Rahmen der AGRARIA 2010 fand der internationale Tag der Rinderzucht statt.
Im Rahmen der AGRARIA 2010 fand der internationale Tag der Rinderzucht statt.
Rund 200 Teilnehmer, darunter zahlreiche Gäste und internationale Delegationen aus Serbien, Kroatien, Italien, Ukraine, Polen, Tschechien, China sowie aus Albanien mit dem amtierenden Landwirtschaftsminister Dr. Genc Ruli und aus der Türkei unter der Begleitung von Chefveterinär Mag. Ulrich Herzog, kamen nach Wels, zum internationalen Tag der Rinderzucht um ihr Fachwissen auszutauschen und Pläne für zukünftige Kooperationen zu schmieden. Die Moderation dieser hochkarätigen Fachveranstaltung übernahm Mag. Hermine Hackl, Pressesprecherin der Agrarmarkt Austria.

Zukunftsantworten für die Rinderzucht
Dr. Jan Philipsson, Professor für Tierzucht und Genetik in Uppsala, Schweden, referierte über die aktuellen internationalen Trends in der Rinderzucht. Mit dem Einzug der genomischen Selektion in der Zucht, das heißt die Nutzung von Erbinformationen direkt aus den Genen, ist diese Entwicklung die größte Veränderung in der Zucht seit der breiten Anwendung der künstlichen Besamung. Es entstehen internationale Kooperationen, um einerseits Kosten zu sparen und andererseits diesen Entwicklungsprozess schneller voranzutreiben. Denn je größer die Populationen, desto bessere Ergebnisse können erzielt werden.

Masterplan für europäische Agrarpolitik
Die Rinderzucht aus dem Blickwinkel eines praktizierenden Bauern und Funktionärs erläuterte ZAR-Obmann Ök.-Rat Anton Wagner. Er erinnerte an die Notwendigkeiten zur Existenzsicherung der heimischen Rinderzüchter in einem globalisierten Markt. „Sorge bereiten mir die aktuellen Einkommenseinbrüche meiner Berufskollegen von insgesamt 28 Prozent im Jahr 2009. Ich glaube, nicht nur für die österreichische Rinderzucht sprechen zu können, wenn ich betone, dass die bäuerlichen Betriebe zur Bewältigung ihrer schwierigen wirtschaftlichen Situation funktionierende, effiziente und an den praktischen Problemen orientierte Organisationen vor Ort benötigen. Was wir brauchen ist ein „Masterplan“ für die europäische Agrarpolitik“, so Wagner.

Prominente Referenten
Bundesminister Niki Berlakovich lobte die österreichische Rinderzucht als zentralen Grundstein der gesamten Rinderwirtschaft und im Besonderen die Züchter für ihre hervorragende Arbeit. Er betonte in diesem Zusammenhang, dass es notwendig sei, die offensive Diskussion, welche die ZAR unter anderem mit dem Fünf-Punkteprogramm gestartet hat, in dieser Form weiter zu führen. Der bayrische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, nahm in seinem nachbarschaftlichen Grußworten Bezug auf die aktuelle agrarpolitische Situation in Bayern. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Österreich und Bayern vor allem im Tierzuchtbereich und die Vorreiterrolle Österreichs beim Gesundheitsmonitoring. Mag. Elisabeth Köstinger, Abgeordnete im Europäischen Parlament und Vizepräsidentin des österreichischen Bauernbundes, stellte in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen die Perspektiven für die europäische Rinderzucht dar und nahm zu den aktuellen Entwicklungen der Gemeinsamen Agrarpolitik Stellung.

Abschließende Rinderschau
Mit großer Anerkennung der Fachteilnehmer wurde die hervorragende Zuchttierpräsentation des Rinderzuchtverbandes Oberösterreich im Anschluss an den Fachtag abgehalten. Die besten Tiere der Rassen Fleckvieh, Braunvieh, Holstein, Grauvieh, Murbodner des Zuchtgebietes des Rinderzuchtverbandes Oberösterreich wurden zur Schau gestellt. Die präsentierten Zuchtrinder beeindruckten die Teilnehmer hinsichtlich Qualität und Exterieur.

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Aktualisiert am: 06.09.2010 23:18
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