Superabgabe: Milchbauern müssen 29 Millionen Euro Strafe zahlen

Die österreichischen Landwirte haben im Milchjahr 2012/13 die nationale Anlieferungsquote um 103.450 t überschritten. Daraus resultiert eine Zusatzabgabe von rund 28,9 Mio.Euro, die an die EU abzuführen ist.
Die endgültigen Berechnungen besagen, dass für das Quotenjahr 2012/13 eine Zusatzabgabe von insgesamt 28,9 Mio. Euro zu entrichten ist.
Die endgültigen Berechnungen besagen, dass für das Quotenjahr 2012/13 eine Zusatzabgabe von insgesamt 28,9 Mio. Euro zu entrichten ist.
Für kleinere Überlieferungen ist eine sogenannte Basisabgabe zu zahlen, für größere wird eine Abgabe mit Zuschlag eingehoben. Dies geht aus den endgültigen Ergebnissen für die Quotenausnützung 2012/13 hervor, die von der AMA bekannt gegeben wurden. Zum Vergleich: Im vorangegangenen Milchjahr 2011/12 wurde die Quote um 120.145 t überliefert. Insgesamt stand im Ende März abgelaufenen Milchjahr 2012/13 eine nationale Quote für Lieferungen (A-Quote) in der Höhe von 2,877.861 t zur Verfügung. Tatsächlich wurden von den Milchbauern aber 2,946.633 t an die Molkereien und Käsereien geliefert. Aufgrund des (gegenüber dem Referenzwert) höheren Fettgehalts der angelieferten Rohmilch ergab sich zu dieser Menge ein Zuschlag von 34.678 t, woraus eine fettkorrigierte Anlieferung von 2,981.311 t resultierte. Daraus errechnet sich eine saldierte Überlieferung von 103.450 t. Inklusive einer Sicherheitsmarge ergibt sich daraus eine Zusatzabgabe von 28,9 Mio. Euro.

Höhere Abgabe bei starker Überlieferung
Seit dem Quotenjahr 2006/07 werden stärkere Überlieferungen strenger geahndet, indem für sie ein Zuschlag zur Basisabgabe zur Anwendung kommt. Die Ausgangsbasis für dieses System ist der sogenannte "Zuweisungsprozentsatz“. Er sagt aus, welcher Anteil der Überlieferung eines Betriebes (berechnet von der einzelbetrieblichen Anlieferungs-Referenzmenge) durch die Unterlieferungen anderer Bauern ausgeglichen werden kann. Dieser Prozentsatz wird von der AMA auf vier Dezimalstellen berechnet und beträgt, wie berichtet, für das abgelaufene Quotenjahr 9,0344%. Das bedeutet, dass für Überschreitungen in einem Ausmaß bis zu 9,0344% der Quote des betroffenen Milcherzeugers die niedrigere Basisabgabe von 7,776 Cent je kg eingehoben wird. Für alle Mengen, welche diese Schwelle übersteigen, wird die erhöhte Überschussgabe von 19,440 Cent verrechnet. Verfügt zum Beispiel ein bäuerlicher Betrieb über eine Quote von 100.000 kg und seine fettkorrigierte Anlieferung beträgt 120.000 kg, so ergibt sich daraus eine Überlieferung von 20.000 kg. Für 9,0344% seiner Quote - das sind 9.034 kg - zahlt er die Basisabgabe von 7,776 Cent, also insgesamt EUR 702,48. Für die restlichen 10.966 kg seiner Überlieferung muss er eine Überschussabgabe mit Zuschlag von 19,440 Cent je kg entrichten, was einen Betrag von EUR 2.131,79 ergibt. In Summe beträgt die Zusatzabgabe dieses Betriebes EUR 2.834,27.

18.688 Überlieferer und 15.885 Unterlieferer
Laut AMA-Berechnungen haben im abgelaufenen Quotenjahr 2012/13 insgesamt 34.650 heimische Betriebe ihre Milch an die Molkereien geliefert. Davon waren 18.688 Überlieferer und 15.885 Unterlieferer. 77 weitere Betriebe haben ihre A-Quote exakt eingehalten. Die Überschreitungen betrugen insgesamt 216.193 t, ihnen stehen Unterschreitungen im Ausmaß von 106.251 t gegenüber. Die Differenz aus diesen beiden Zahlen ergibt (unter Berücksichtigung der nationalen Reserve von 6.492 t) die saldierte Überlieferung von 103.450 t. Auf jene 9.486 Überlieferer, die ihre Quoten nur geringfügig überschritten haben, entfallen mit der Basisabgabe insgesamt 8,73 Mio. Euro an Zahlungspflicht. 9.202 Milchlieferanten haben ihre Quote kräftiger (mehr als 9,0344%) überzogen; sie müssen daher eine höhere Überschussabgabe leisten und für einen Betrag von 20,22 Mio. Euro aufkommen. Zusammen ergibt dies die nationale Zusatzabgabe von 28,9 Mio. Euro. Dieser Betrag muss an den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) in Brüssel abgeführt werden. AIZ

Aktualisiert am: 27.06.2013 14:49
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