Subakute Pansenazidose vermeiden

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Die subakute Pansenazidose ist eine der häufigsten Ursachen für einen Leistungsabfall bei Milchvieh. Eine Überprüfung der Fütterung trägt entscheidend zur Vermeidung dieser Erkrankung bei.
 Besonders anfällig für eine Erkrankung an subakuter Pansenazidose sind weidende Tiere.
Besonders anfällig für eine Erkrankung an subakuter Pansenazidose sind weidende Tiere.
Die subakute Pansenazidose (SARA) kann verschiedene Ursachen haben. Oft tritt sie in der Frühlaktation auf, wenn der Anteil an Kraftfutter in der Ration erhöht ist. Im zweiten und dritten Laktationsdrittel kann es wiederum zu einem Auftreten von SARA kommen. Ursache dafür ist eine zu hohe Stärkeversorgung bei rückläufiger Milchleistung. Erkennbar ist SARA in diesen Laktationsstadien an einem auffällig niedrigen Fett-Eiweiß-Quotienten. Besonders anfällig für eine Erkrankung an subakuter Pansenazidose sind weidende Tiere. Wie auch bei der Grasfütterung im Stall gibt hier die Fütterung von vorwiegend jungem, strukturarmem Gras mit schnell verdaulichem Kraftfutter den Ausschlag dafür. Untersuchungen aus Australien und Irland zeigen, dass 10 bis 12 % aller Weidekühe einen Pansen-pH-Wert unter 5,5 aufweisen.

Anzeichen für eine subakute Pansenübersäuerung
Ob eine subakute Pansenübersäuerung vorliegt oder nicht, ist schwierig zu erkennen, da die Symptome wenig spezifisch sind. Anzeichen für eine subakute Pansenübersäuerung sind ein Abfall der Milchleistung, sowie eine Verminderung des Milchfettgehaltes und ein Fett-Eiweiß-Quotient unter 1,0. Daneben kann es zu einer ungleichmäßigen Futteraufnahme, zu einer verringerten Wiederkauaktivität und zu Durchfall kommen. Oft sind im Kot lange Fasern oder unverdaute Körner zu finden.
Als Folgeerscheinung von SARA können u.a. Leberabzesse und Klauenerkrankungen auftreten. Bei Herden, in den Azidose auftritt, ist zudem das Risiko von Lahmheit höher.

Die Fütterung überprüfen
Die subakuten Pansenazidose wird meist durch Fütterungsfehler hervorgerufen, und betrifft oft nicht nur ein Einzeltier. Es lohnt sich daher, die Fütterung zu überprüfen und einige Eckpfeiler zu beherzigen:
• Tägliche Kraftfuttermenge auf mehrere Teilgaben aufteilen
• Kraftfuttermengen pro Kuh und Tag überprüfen und an Milchleistung anpassen
• Einen hohen Gehalt an rasch abbaubarer Getreidestärke vermeiden
• Einsatz von Puffersubstanzen, wie z.B. Natriumbicarbonat, in stärkereichen Rationen
• Fasergehalt und Verdaulichkeit in der Gesamtration überprüfen
• Vorsicht bei zu rascher Anfütterung frischlaktierender Kühe
• Permanenten Zugang zum Futter ermöglichen
• Kotkonsistenz überprüfen
• Michleistungsprüfdaten (Fett-Eiweiß-Quotient, Fettgehalt) kontrollieren


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Aktualisiert am: 16.08.2010 09:33
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