StyriaBrid im Landwirt-Interview: Zuletzt siegt die Vernunft

Hans-Peter Bäck, Geschäftsführer der StyriaBrid zieht im Interview mit dem „Fortschrittlichen Landwirt“ Bilanz eines ereignisreichen Jahres 2011. erklärt, warum er wenig Druck auf den Ferkelmarkt erwartet und die Tiermedizin als Sündenbock für Fehler der Humanmedizin herhalten muss.
Hans-Peter Bäck, GF der StyriaBrid, bilanziert im Landwirt-Interview das Jahr 2011 und spricht über Chancen des neuen Jahres für Schweinebetriebe.
Hans-Peter Bäck, GF der StyriaBrid, bilanziert im Landwirt-Interview das Jahr 2011 und spricht über Chancen des neuen Jahres für Schweinebetriebe.
Der fortschrittliche Landwirt: Kein Thema prägte das Jahr 2011 für die Schweinehalter mehr als die Kastenstanddebatte. Kurz vor Weihnachten einigten sich der Gesundheits- und der Landwirtschaftsminister auf einen Kompromiss. Haben Sie noch damit gerechnet?
Hans-Peter Bäck: Sagen wir es so: Wir haben gehofft, dass zuletzt die Vernunft siegen wird. Und das hat sie dann auch. Ich will mich jetzt in kein Ameisennest setzen. Es scheint ja, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen. Dennoch muss ich anmerken, dass sich zu Beginn der Debatte viele nicht über die Tragweite bewusst waren. Kurz vor Ende der Übergangsfrist zur Gruppenhaltung hat diese einjährige Diskussion für ein großes Maß an Unsicherheit und Missstimmung bei den Bauern gesorgt. Es wurden kaum mehr Investitionen getätigt. Natürlich hätten wir uns eine zügigere Vorgangsweise gewünscht.

Der fortschrittliche Landwirt: Nach dem eher mäßigen Jahr 2011 wartet ein Preishoch auf den Schweinehalter. Woran liegt das?
Hans-Peter Bäck: Im Grunde entspricht dieses Preishoch am Ferkelmarkt dem sogenannten Schweinezyklus und war so auch zu erwarten. Der Grund liegt vorrangig in einem starken Rückgang des Sauenbestands in ganz Europa. Zudem ist in den letzten Jahren die Schweinemast in Deutschland überproportional gewachsen, was für einen Nachfrageschub gesorgt hat. Abgesehen von den üblichen saisonalen Schwierigkeiten ist auch in den kommenden Jahren kein großer Druck auf den Ferkelmarkt zu erwarten, denn mit Beginn der Gruppenhaltungspflicht 2013 wird ein Rückgang des Sauenbestands in Österreich von 10 bis 20 % erwartet, und das kann auch nicht mehr durch Leistungssteigerung kompensiert werden.

Schweinemarkt 2012


Der fortschrittliche Landwirt: Da besteht die Gefahr, dass der Schweinemäster aufgrund der hohen Ferkel- und Futterkosten trotz Preishoch durch die Finger schaut?

Hans-Peter Bäck: „Durch die Finger schauen“ ist zu drastisch ausgedrückt. Klarerweise drücken die gestiegenen Ferkelkosten auf das Mastergebnis. Andererseits waren die Ferkelpreise des vergangenen Jahres wiederum sehr niedrig und es wird für Investitionen dringend ein besseres Niveau notwendig sein. Ich glaube aber, dass die Preissteigerung auch beim Schlachtschweinemarkt für ein ebenfalls zufriedenstellendes Ergebnis in der Schweinemast sorgen wird. Vor allem die Exportmärkte in Drittstaaten helfen uns hier ungemein. Österreichs Schweinefleischexporteure wollen sich heuer einen direkten Exportzugang zu China aufbauen. Generell ist der asiatische Markt unglaublich interessant für uns als Exportmarkt.

Mehr über das Interview mit StyriaBrid Geschäftsführer lesen Sie in der Ausgabe 4/2012 der Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“

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Aktualisiert am: 17.02.2012 11:47
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