Sturm Paula wirft 5,5 Mill. Festmeter Holz

Die Sturmkatastrophe nach dem Orkan Paula ist schlimmer als erwartet. Die Situation spitzt sich dadurch in der heimischen Forstwirtschaft dramatisch zu.
Vom Orkan Paula in der Steiermark geworfene Schadfläche.
Vom Orkan Paula in der Steiermark geworfene Schadfläche.


In Summe wurden 4 Millionen Festmeter Holz in der Steiermark zerstört und weitere 1,5 Millionen Festmeter in Kärnten.

Das entspricht alleine in der Steiermark einer Fläche von 14.000 Hektar oder 20.000 Fußballfeldern. Die unmittelbare Schadenssumme – ausschließlich bezogen auf den Wertverlust des Holzes – beträgt 90 Millionen Euro. Der mittelbare Schaden, der auch die Kosten für die Wiederaufforstung und den Einnahmen-Entfall berücksichtigt, beträgt unglaubliche 280 Millionen Euro. Die Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und das Burgenland sind bei diesem Orkan etwas glimpflicher davongekommen.

Existenzen bedroht

Betroffen sind in der Steiermark laut Landeslandwirtschaftskammer rund 1000 Waldbesitzer, in Kärnten sogar 3500. Das Schadensausmaß bedroht vor allem die Existenzen vieler kleiner Waldbauern.

Windwurf-Gegenden müssen Katastrophen-Schutzgebiete werden.

In den Krisenregionen herrscht „Gefahr in Verzug“, weil durch mögliche unvorhergesehene Wettereinbrüche zusätzlich Bevölkerung und Infrastruktur bedroht sind, begründet der steirische Landwirtschaftskammer Vizepräsident Hans Resch. Außerdem kann nur so eine zu erwartende massive Borkenkäfer-Invasion verhindert werden. Weiters wird damit vorgebeugt, dass durch eine unprofessionelle Lagerung Schadholz weiter an Qualität und Wert verliert. Denn: Wenn die Temperaturen steigen, dann tritt bei Bruchholz „Blaufäule“ auf.



Krisenplan: Nasslager einrichten, für Abtransport höhere Tonnagen zulassen. Die Forstexperten der Landwirtschaftskammer haben nach einer umfangreichen Schadenserhebung einen zweistufigen Krisenplan erarbeitet. „Dieser sieht vor, dass in einem ersten Schritt in den Windwurfgebieten zuerst Bruchholz sowie Schadholz im unmittelbaren Einzugsgebiet von Bächen und Flüssen aufgearbeitet wird. Jene Mengen, die der Markt momentan nicht aufnehmen kann, müssen dann vorübergehend an strategisch günstigen Orten in „Nasslagern“ zwischengelagert werden. In der zweiten Stufe des Krisenplanes wird geworfenes Holz mit Wurzelballen, angepasst an die Aufnahmefähigkeit der Holzindustrie, aufgearbeitet und abtransportiert. Der steirische Forstdirektor Stefan Zwettler richtet einen Appell an die Waldbesitzer, jetzt die Nerven nicht zu verlieren und den Frischholz-Einschlag zu stoppen. Ferner gibt es Bemühungen der Waldverbände, mit der Holzindustrie garantierte Abnahmepreise für Schadholz auszuverhandeln.




Aktualisiert am: 08.02.2008 13:12

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