Studie über Knappheit von Agrarland präsentiert

Ackerland werde auf der Welt in den kommenden Jahren knapp. Um den Bedarf an Lebensmitteln zu decken, müsse deshalb die Produktivität in der Landwirtschaft gesteigert werden. Dies wurde diese Woche bei der Vorstellung einer Studie über die Agrarlandknappheit besprochen.
Ackerland wird immer rarer werden, daher seien die Produktivitätssteigerung der Landwirtschaft sowie eine technologiefreundlichere Einstellung von Bedeutung.
Ackerland wird immer rarer werden, daher seien die Produktivitätssteigerung der Landwirtschaft sowie eine technologiefreundlichere Einstellung von Bedeutung.
Um die Produktivität der Landwirtschaft zu steigern, seien erhöhte Anstrengungen in der Forschung nötig, betonte Harald von Witzke, Professor der Humboldt Universität Berlin, diese Woche in Brüssel. Dort stellte er seine Studie über die Knappheit an Agrarland vor. Die EU habe ihre Lebensmittel-Einfuhren in den vergangenen zehn Jahren stetig erhöht. Sie nutze damit indirekt das Agrarland in Drittländern, argumentierte von Witzke.

EU für Urwaldrodungen mitverantwortlich
Allein der Zuwachs an EU-Importen von landwirtschaftlichen Produkten entspreche der Fläche von 10 Mio. ha und sei so groß wie Ungarn oder Portugal. Die Agrareinfuhren seien deshalb für Urwaldrodungen in Drittländern mitverantwortlich. Diese virtuellen Landeinfuhren der EU würden sich um weitere 10 Mio. ha vergrößern, wenn der Biolandbau einen Flächenanteil von 20% in Europa erreiche, meinte der Forscher.

Produktivitätssteigerung und Technologiefreundlichkeit
Land werde nur gespart und Klimaschäden würden nur dann vermieden, wenn sich die Produktivität auf konventionellen Flächen verbessere. Zwar seien Steigerungen von jährlich 3%, wie zwischen 1961 und 1989, nicht mehr erreichbar, aber ein Zuwachs von jährlich 0,3% würde die "Landimporte" schon um 5 Mio. ha vermindern. Dazu sei eine technologiefreundlichere Haltung in der europäischen Öffentlichkeit notwendig. In Konflikte mit der Umwelt gerate eine intensivere Landwirtschaft seiner Ansicht nach nicht. Im Gegenteil, eine hohe Flächenproduktivität erlaube erst Ackerrandstreifen oder Naturschutzgebiete in ausreichendem Maß. (AIZ)

Autor:
Aktualisiert am: 12.05.2010 17:59
Landwirt.com Händler Landwirt.com User