Strom sparen am Milchviehbetrieb

Der zweite Teil des Beitrages befasst sich mit der Analyse der Einsparmöglichkeiten und einer Grobkalkulation, was das wirklich in der Kasse bringt. Der Haushalt wird dabei mitberücksichtigt.
Neben Haushalt sind Vakuumpumpe, Hochdruckreiniger, Heugebläse und Heukräne weitere relevante Stromverbraucher im Milchviehbetrieb.
Neben Haushalt sind Vakuumpumpe, Hochdruckreiniger, Heugebläse und Heukräne weitere relevante Stromverbraucher im Milchviehbetrieb.
In den untersuchten Milchviehbetrieben beträgt der Anteil des landwirtschaftlichen Haushaltes am gesamten elektrischen Energieverbrauch rund 44 %. Der Energieverbrauch der landwirtschaftlichen Haushalte ist aufgrund der Haushaltsstruktur und wichtiger Prozesse, die im traditionellen Haushaltsbereich stattfinden, aber streng genommen der Landwirtschaft zuzuordnen sind (wie z.B. Waschgänge, Kühlvorgänge), eine nicht zu unterschätzende Größe. Demnach sind effiziente Haushaltsgeräte, wie Waschmaschinen, Geschirrspüler, Gefrier- und Kühltruhen gerade in landwirtschaftlichen Haushalten sinnvoll.
Ein landwirtschaftlicher Haushalt besitzt, auf Basis der durchgeführten Befragungen, im Durchschnitt je zwei Kühlschränke, Gefriertruhen und Waschmaschinen, pro Woche wird ca. 10-mal gewaschen. Durch den Austausch „ineffizienter“, ca. 10 Jahre alter, Haushaltsgeräte (z.B. je zwei Gefriertruhen, Kühlschränke und Waschmaschinen) durch energieeffiziente Haushaltsgeräte (Waschmaschine - Effizienzklasse A, Tiefkühltruhe und Kühlschrank - Effizienzklasse A++), ist es möglich, Strom im Bereich zwischen 1.000 kWh und 1.100 kWh pro Jahr einzusparen. Dies entspricht einer jährlichen Ersparnis von ca. 200 Euro, bei einem angenommenen Strompreis von 18,5 ct/kWh. In Abbildung 5 ist der auf ein Jahr bezogene Energieverbrauch der Haushaltsgeräte dargestellt.
Durch die angeführte Ersparnis von bis zu 1.100 kWh könnte ein durchschnittlicher Milchviehbetrieb rund 7 % seines elektrischen Gesamtenergieverbrauchs einsparen.

Tischherd
In landwirtschaftlichen Haushalten lässt sich eine weitere Möglichkeit zur Energieeinsparung identifizieren: Viele landwirtschaftliche Haushalte besitzen einen Tischherd. Verwendet man diesen während der winterlichen Heizperiode (sechs Monate) neben dem Heizen ebenfalls zum Kochen und ersetzt man dadurch den Elektroherd, könnten pro Jahr zwischen 450 kWh und 630 kWh Strom eingespart werden. Dies entspricht, bei einem angenommenen Strompreis von 18,5 ct/kWh, einer jährlichen Kostenersparnis zwischen 80 und 120 Euro.
Im Bundesland Oberösterreich werden in der Statistik 36.385 land- und forstwirtschaftliche Betriebe für das Jahr 2007 angeführt. Nimmt man an, dass zu jedem landwirtschaftlichen Betrieb auch ein Haushalt gehört, der die angenommenen Bedingungen der Haushaltsgeräteausstattung erfüllt, und dass jeder Haushalt die Geräte durch die angenommenen effizienten Haushaltsgeräte ersetzt, könnte in Oberösterreich durch den Ersatz der „ineffizienten“ Haushaltsgeräte Strom in Höhe von maximal 37,4 GWh eingespart werden. Der Stromverbrauch der gesamten oberösterreichischen Landwirtschaft betrug im Jahr 2007 rund 979,2 TJ was 272 GWh entspricht Durch den Ersatz der Haushaltsgeräte könnten mit diesen Annahmen somit bis zu 13,8 % des landwirtschaftlichen oberösterreichischen Stromverbrauchs eingespart werden. Geht man weiter davon aus, dass jeder landwirtschaftliche Haushalt einen Tischherd besitzt und diesen noch nicht zum Kochen verwendet, könnten in Oberösterreich bis zu maximal 23,1 GWh Strom eingespart werden. Dies entspricht einem Anteil von 8,5 % des gesamten Stromverbrauchs der oberösterreichischen Landwirtschaft.

Autoren: DI René BRAUNSTEIN, Mag.a Maria HINGSAMER und Dr. Ernst SCHMAUTZER, TU Graz


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Aktualisiert am: 04.09.2009 12:19
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